Jubiläums-Katholikentag in Leipzig: „Seht, da ist der Mensch“ – welch wunderbares Motto! (mit Fotostrecke)

KT2016-Webbanner-300x250Dieses Jahr ist alles anders: Keine Bierbörse, kein Könneritzstraßenfest mit Wein bei edelrausch, kein „Zufällig Osten“ auf meinem Kiez und auch kein Finale der Champions League. Gibt es dafür einen guten Grund? Ja, gibt es: Leipzig feiert den 100. Katholikentag. Ich werde in der Takva Moschee essen. Ich werde in der Brodyer Synagoge erfahren, was im Judentum so anders ist. Ich werde an einer biblischen Zooführung teilnehmen. Ich bin gespannt auf ein marokkanisches Königszelt, und ich werde  Berlins Erzbischof Heiner Koch zuhören, wenn er Kindern vorliest. Vor allem freue ich mich auf Gespräche mit Unbekannten, mit Gästen unserer Stadt, mit Gläubigen, Engagierten und Visionären. Über alles werde ich hier berichten. Leipzig wird ein wunderbarer Gastgeber sein

Ein Blick auf die katholische Diaspora in Ostdeutschland wirft die FAZ hier.
„Ausgerechnet Leipzig“ meint auch domradio.
Und die AfD ist nicht dabei – Klick hier

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Pünktlich zum Katholikentag hat mich eine Kehlkopfentzündung erwischt. Da ich am Samstag kommender Woche in Frankfurt im Finale eines Autorenwettbewerbes vortragen will, bleibt nur eins: Schonung – und das heißt: Vom Katholikentag gibt es keine Interviews, sondern nur eine Fotostrecke. Schade – aber ich bin überzeugt, dass ich die Fröhlichkeit und Farbigkeit des Glaubens auch so erleben und vermitteln kann.

Die beiden ersten Bilder verdeutlichen den Gegensatz: Kirchentag bedeutet auch immer Kritik an der Institution Kirche

Katholikentag 25.05.2016. Foto Detlef M. Plaisier (14) Katholikentag 25.05.2016. Foto Detlef M. Plaisier (18)

Dreimäderlhaus bei den Pinguinen: Sponsoren-Bier zur Taufe im Leipziger Zoo

Vergnügliche Biertaufe von Emma, Marta und Luise: Joachim von Lentzke, Tierpfleger Andrea und Marcel, Prof. Dr. Jörg Hunhold (von links)

Vergnügliche Biertaufe von Emma, Marta und Luise: Joachim von Lentzke, Tierpfleger Andrea und Marcel, Prof. Dr. Jörg Hunhold (von links)

Zu Gerd, Gerda und Otto gesellen sich jetzt Emma, Marta und Luise: Bei strahlendem Himmel wurden im Leipziger Zoo drei Brillenpinguin-Küken getauft. Wobei „Küken“ bei den Pinguinen heisst, dass sie stolze 2.900 Gramm auf die Waage bringen. Und ob es wirklich Mädchen sind, stellt sich erst später heraus. Vielleicht wird aus Marta ja noch ein Martin…

Aus Anlass der Taufe verlängerte die Krostitzer Brauerei die Goldsponsorenschaft für den Zoo Leipzig um weitere drei Jahre. Beide Unternehmen sind seit über 20 Jahren partnerschaftlich miteinander verbunden. Die Urkunde überreichte der Gebietsleiter der Krostitzer Brauerei, Joachim von Lentzke, an Zoodirektor Prof. Dr. Jörg Junhold. „Das ist weit mehr als Papier“, betonte Dr. Ines Zekert, Pressesprecherin in Krostitz. „Das ist eine Herzenssache“.  Als Dankeschön für das weitere Sponsoring revanchierte sich der Zoo Leipzig mit der Verleihung der Ehrenpatenschaft für die drei Pinguine an Ur-Krostitzer.

Dass alle Brillenpinguine im Leipziger Zoo kurze deutsche Namen tragen, hat übrigens einen einfachen Grund: „So ist es einfacher, sie bei der Pflege oder einer Medikamentengabe anzusprechen“, erklärt Pfleger Marcel.

Sehnen nach Liebe: Sophie von Stillfried stellt im Poniatowski aus

Sophie von Stillfried im Poniatowski. Foto Detlef M. Plaisier

Sophie von Stillfried im Poniatowski. Foto Detlef M. Plaisier

Das Poniatowski hat umdekoriert: Für einen Monat stellt die Künstlerin Sophie von Stillfried unter dem Leitmotiv „Hurt“ in der Kreuzstr. 15 ihre Arbeiten aus. Was ihre Werke ausmacht, erläuterte der Leipziger Autor Nils Müller in seiner Laudatio:

„Wir sehen eine Ausstellung, in der das Verborgene nach außen getragen wird und die Protagonisten der Bilder verletzlich erscheinen lässt. Verletzungen werden hier vornehmlich sinnbildhaft, meist durch Tätowierungen ausgedrückt, was ihre seelische Natur vermuten lässt. Die Bilder Sophie von Stillfrieds zeichnet ein sich Sehnen nach Liebe und ein sich Erinnern an Nähe aus, ohne dass sie ausschließlich unser Mitleid erregen. Vielmehr zeugen sie von der emotional verkrüppelten Umwelt, in der der Protagonist des Bildes wohl zu leben hat. Uns bleibt nur zu erahnen, wie die Protagonisten mit ihren Leiden umgehen, wissend, dass nur das Unberührte und Unverletzte neutral bleiben kann. Das große Faszinosum ihrer Bilder ist doch, dass man als Betrachter meint, alles aus ihnen gelesen zu haben und doch eines Besseren belehrt wird.“  

www.potemka.de/artists/svst/sophie_von_stillfried.html

Große Fotostrecke: Langes Leipziger Kunstwochenende mit Tapetenwerkfest 19.0 *** DIN A Kleiner Als *** Frühjahrsrundgang Spinnerei, 29.4.-1.5.2016

Alle Fotos: Detlef M. Plaisier. Wenn ein Künstler namentlich erwähnt werden möchte, bitte bei mir melden. *** If an artist wishes to be mentioned, please send a message.

Tapetenwerkfest 29.4.16. Foto Detlef M. Plaisier (21)

 

 

Die sechs aus dem Wächterhaus: Projektwohnung krudebude ist jetzt ein Verein – Mitstreiter gesucht!

Erst zwei, dann drei, schließlich fünf und jetzt sechs: Das Projektteam der Projektwohnung krudebude hat sich stabilisiert. Vielleicht ist auch diese Zahl nur vorläufig. Alles Mädels. Nicht geplant, es ergab sich so, meint Gründerin Theresa Kroemer. „Wir sind drei kultur- und praxisinteressierte, zugezogene Studentinnen. Wir wollen eine ehemals eher passive Rolle im Kulturgeschehen verlassen und jetzt Dinge anpacken und ausprobieren.“ So klang das noch in den Anfängen. Jetzt sind die Töne selbstbewusster: Die Krudebude ist als gemeinnütziger Verein eingetragen und wirbt um Mitstreiter.

Adresse: Stannebeinplatz 13, Wächterhaus, 1. Stock. Foto: Archiv Detlef M. Plaiser

Helle Fenster in der Krudebude: Stannebeinplatz 13, Wächterhaus, 1. Stock. Foto: Archiv Detlef M. Plaisier

Ich habe auf diesem Blog schon oft und gerne aus der Krudebude berichtet, und sie wird mir fehlen, wenn ich Leipzig verlasse. Besonders schätze ich das Konzept, neben Ausstellung, Lesung und Performance die Bewohner des Stadtteils aktiv einzubeziehen. Nach der erfolgreichen Fotoausstellung mit Einwegkameras im vergangenen Jahr wird es auch 2016 wieder ein partizipatorisches Projekt geben. „Wir wollen uns zeigen und öffnen“, sagt Lucie Chwaszcza. Ansatzpunkte dafür sind unter anderem die Teilnahme am Abtnaundorfer Parkfest im September, das nach der Absage im vergangenen Jahr ungeduldig erwartet wird, und Gespräche mit dem Bürgerverein Schönefeld.

Seit Jahresbeginn ist die Krudebude als gemeinnütziger Verein eingetragen. So erhöht sich der Spielraum für Projektförderungen, gleichzeitig steigt aber auch der Druck: Es stehen viele Projekte auf der Agenda vom Lichtkonzept über Einbau einer Sanitäranlage bis zur Gestaltung der Homepage.

Wer mit handwerklichen Leistungen, Zeit für Ausstellungsbetreuung oder seinem Mitgliedsbeitrag dem Verein helfen möchte, meldet sich per E-Mail unter projektraum.leipzig@gmail.com

Das nächste offene Vereinstreffen in der Krudebude findet am 23. Mai statt.

Noch bis 29. April: Ausstellung „kehrtwenden : weitergehen“ in der Maschinenhalle, Täubchenweg 20

gegenwart ev„Das ist schon eine unglaubliche Entwicklung“. Als Mitglied des siebenköpfigen kuratorischen Kernteams des Leipziger Kunstvereins Gegenwart e.V. blickt Philipp Köhler auf die Entwicklung seit der Gründung im Jahr 2012 zurück. Innerhalb der vier Jahre hat sich ein Generationenwechsel vollzogen, die Perspektive der Kunstgeschichte wurde durch kunstpädagogische Aspekte der Kunstvermittlung verstärkt.

Der Schwerpunkt der Vereinsaktivitäten liegt weiter im Leipziger Osten. „Wir wollen aktiv den Stadtteil gestalten und uns in bestehende Netzwerke integrieren“, so Philipp Köhler. Sichtbar wird dies insbesondere durch eine größere Gruppenausstellung in wechselnden Räumen alljährlich im Frühjahr, begleitet durch ein Symposium.  Diese Kombination steht  unter einer übergreifenden Fragestellung, die aus künstlerischer und wissenschaftlicher Perspektive beleuchtet wird. Dazu kommen weitere Aktivitäten im öffentlichen Raum, wie etwa der Audio-Video-Walk durch den Leipziger Osten im Dezember 2015.

Kehrtwenden, Ausstellung im Maschinenhaus Täubchenweg 20, 7. April 2016 (105)Aktuell nutzt der Kunstverein Gegenwart die ehemalige Maschinenhalle im Täubchenweg 20. Unter dem Leitmotiv „kehrtwenden : weitergehen“ setzen sich acht Künstler mit dem Phänomen des Scheiterns auseinander und zeigen mögliche Lösungen auf, wie Enttäuschung und Misserfolg produktiv genutzt werden können.  Nach fast zwei Monaten Ausschreibung lagen rund 70 Bewerbungen vor.  Ist das ein Indiz für fehlende Ausstellungsmöglichkeiten? „Viele Künstler blenden den Raum bei der Bewerbung aus“, meint Philipp Köhler, „andere lassen sich wiederum durch den Raum inspirieren. Die 700 qm große Maschinenhalle im Täubchenweg steht im Eigentum einer Projektentwicklungsgesellschaft aus dem Leipziger Raum. Wie man da rankommt? Philipp Köhler hat eine klare Strategie: „ Mögliche Objekte ablaufen, dann informieren und überzeugend frech sein.“

Innerhalb des Vereins hatte es Diskussionen gegeben, ob man überhaupt einen so großen Raum bespielen wolle. „Schließlich sind wir dann nicht irgendwo zu Gast, sondern stehen für alles selber gerade.“ Große Fensterflächen und geringe Wandflächen lassen bestimmte künstlerische Konzepte von vornherein nicht zu. „Einiges haben wir erst beim Aufbau realisiert. Durch teilweise feuchte Wände wellten sich Texte auf Transparentpapier“, schildert Philipp Köhler. Die größte Installation, bei der ein kleiner Raketenantrieb gezündet wird, konnte aus Brandschutzgründen nicht in Betrieb genommen werden. „Wir hoffen auf die Premiere bei der Finissage“.

Ausstellungszeitraum: 8.-29. April 2016
Öffnungszeiten: jeweils Donnerstag bis Sonntag, 15-20 Uhr (Führungen jeden Sonntag 16 Uhr)
Finissage: 29. April, 19:00 mit Künstlergespräch und Überraschungen

kunstverein-gegenwart.com

Alle Fotos von der Vernissage: Detlef M. Plaisier. Teilen und Verbreitung ausdrücklich erwünscht!