Südtiroler Genuss zu Gast in Leipzig: Vokabeltraining unter Freunden mit Marende, Orzotto und Weirouge

So sehen die Menschen hinter den Südtiroler Produkten aus.

So sehen die Menschen hinter den Südtiroler Produkten aus.

Das Südtiroler Genuss-ABC hört beim Buchstaben M auf Marende. Die fleißigen einheimischen Helfer bei der Weinlese schätzen die deftige-delikate Zusammenstellung schmackhafter Spezialitäten ebenso wie Besucher Südtirols. Marende ist jedoch mehr als bloße Verköstigung in geselliger Runde: Sie ist Spiegel der reichen Südtiroler Kultur.

Die Käsestation beim Südtiroler Marende-Dating. Foto: Detlef M. Plaisier

Die Käsestation beim Südtiroler Marende-Dating. Foto: Detlef M. Plaisier

Was das genau bedeutet, durfte ich bei einem „Marende-Dating“ erkosten. Mit der Einladung fühlte ich mich an ein Speed-Dating einsamer Herzen erinnert – und ein bißchen kam es dann auch so: Jeder der handverlesenen Teilnehmer erhielt am Eingang ein Kärtchen, nummeriert von 1 bis 4. Was meine 1 wohl zu bedeuten hat? Doch zuerst ein Begrüßungs-Aperitiv:  Sekt Brut von der Kellerei Arunda in Mölten, nach klassischer Methode handgerüttelt,  und herrlich säuerlich-erfrischender Weirouge Apfelsaft vom Kandlwaalhof der Vinschgauer Familie Luggin waren Auftakt einer außergewöhnlichen Produktpräsentation. Und da war es schon, das Dating-Feeling:

Mein Kärtchen #1 führte mich zur ersten von vier Stationen mit Südtiroler Qualitätsprodukten. Auf Speck folgten Äpfel, Käse und Brot. Datingzeit: jeweils 15 Minuten. Ich habe in dieser kurzen Zeit ein Gefühl dafür entwickelt, welche Menschen hinter den Produkten stehen. Nicht smarte Marketingexperten, sondern engagierte Erzeuger mit Herz beantworten meine Fragen und reichen Kostproben. Jetzt weiß ich, dass Südtiroler Speck allein durch die Schnitttechnik verschiedene Geschmacksnuancen entwickelt, dass Gala und Golden Delicious sich am besten für Apfelstrudel eignen, dass ich doch Pfefferkäse mag und noch so viel mehr. Als Schmankerl verwöhnt uns die Küche an den Stationen mit abgestimmtem Fingerfood zu den Produkten. Ich hatte mir so fest vorgenommen, die Rezepte für die gebackene Praline vom Pulstertaler Käse mit angebratenem Lauchmantel und für die Speckmousse zu erfragen…

Menuvorbereitungen, im Vordergrund die Speckmousse im Speckmantel. Foto: Detlef M. Plaisier

Menuvorbereitung, im Vordergrund die Südtiroler Speckmousse im Speckmantel. Foto: Detlef M. Plaisier

Und es gab einen Star des Abends (auch wenn ihn das verlegen macht): Koch Anton Dalvai vom Dorfnerhof in Montan. Produkte vom Feld und aus eigener Tierhaltung inspirieren Anton Dalvai im Gasthof zu deftig-raffinierten Kreationen. Den Teilnehmern des Marende-Datings servierte er nach dem Fingerfood weitere drei Gänge seiner Kunst. Herausragend: Speckorzotto mit Almkäse und angebratenen Apfelwürfeln sowie der Apfelstrudel mit Gewürztraminer-Eis zum Dessert. Orzotto? Ist Rollgerste, die wie ein Risotto gekocht wird. Bei den begleitenden Weinen überzeugten mich besonders das ausgewogene Säurespiel und die anhaltende Fruchtigkeit des Sauvignon Prail der Kellerei Schreckbichl.

Ich danke der Export Organisation Südtirol EOS, der Italienischen Agentur für Außenhandel ICE und allen Mitwirkenden vor Ort. Das Südtiroler Genusspaket zum Abschied werde ich mit Freunden teilen. Ja, es war ein Abend unter Freunden. Ich würde ihn gern wiederholen – vielleicht zur Bozner Weinkost oder zum Genussfestival Südtirol in der Bozener Altstadt im Mai 2015?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.