UPDATE: Die aktuelle Liste für Leipzig hilft: Hier wird gesammelt, gespielt, übersetzt…

UPDATE 20. September 2015

Ich komme mit den Aktualisierungen nicht mehr hinterher. Wenn ihr wissen wollt, wo ihr Spenden abliefern könnt und was benötigt wird, schaut bitte hier: https://www.facebook.com/sachspendenzentraleleipzig

Danke an alle, die helfen! Zeigt den Geist von Leipzig!

UPDATE 11. September 2015

In den kommenden Wochen werden viele Flüchtlinge die Unterkunft in der Zschortauer Straße verlassen und in eigene Wohnungen ziehen. Für deren Erstausstattung werden nun Küchenutensilien (Geschirr, Töpfe etc.) benötigt. Der GeyserHaus e. V. bittet daher um entsprechende Sachspenden.
Abgeben können Sie diese direkt in der Unterkunft in der Zschortauer Straße 44-46 oder beim GeyserHaus e. V., Gräfestraße 25.

UPDATE 10. September 2015

Ein Gruß aus der Ernst Grube Halle, gesehen auf der Facebook-Seite der Sachspendenzentrale Leipzig, den ich gerne weitergebe. Die Übersetzung: „Im Namen des syrischen Volkes und aller hilfesuchenden Völker danken wir Deutschland und dem deutschen Volk für Hilfe und Unterstützung, um den Unterdrückten wieder Hoffnung zu geben. Wir versprechen Deutschland unsere ewige Treue.“

Syrien EGH

UPDATE 9. September 2015

Eine komplette Übersicht über Abgabestellen und benötigte Spenden gibt es jetzt auf Facebook:
https://www.facebook.com/sachspendenzentraleleipzig?fref=ts

UPDATE 8. September 2015

Die Heilsarmee sammelt ab sofort auch Süßigkeiten und Wasser (ohne Kohlensäure!) zur direkten Abgabe an die „durchreisenden“ Flüchtlinge in Messehalle 4.
Außerdem werden dringend benötigt: orginal verpackte Zahnpasta, Zahnbürsten und Hygieneartikel

Abgabestellen:
Charity Shop 2. Chance, Kolmstr. 2, 04299 Leipzig-Stötteritz, Mo -Fr 10 -18 Uhr, Sa 10 -13 Uhr
Kleiderkammer der Heilsarmee, Südblick 5a, 04329 Leipzig, Mo -Fr 8 -16 Uhr
Eine Abholung bei größeren Spendenmengen ist nach Absprache möglich.

UPDATE 4. September 2015

Aufgrund der großartigen Spendenbereitschaft in Leipzig mussten die Betreiber der zentralen Annahmestelle für Sachspenden in der Berliner Straße die Entscheidung fällen, wegen akutem Kapazitätsengpass bis einschließlich 14. September 2015 zu schließen. In dieser Zeit werden mehr als 30 Freiwillige täglich, die rund 10 Tonnen Sachspenden sortieren, um sie schnellstmöglich den Empfängern zukommen lassen zu können.

Am 15. September eröffnet eine zweite zentrale Sammelspende für Sachspenden in der Aurelienstraße 54.
Die Annahme von Sachspenden ist dann montags bis freitags von 9-12 und 13-18 Uhr und samstags von 9-12 Uhr möglich. Bedarf besteht zurzeit vor allem an Männersachen, Rucksäcken, Reisetaschen, Unterwäsche (aus hygienischen Gründen nur Neuware) sowie Schuhen, Spielsachen und Hygieneartikeln.

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Die Welle der Hilfsbereitschaft in Leipzig für Flüchtlinge ist enorm und überwältigend. Ich kann dazu nur wiederholen, was ich zur ersten LEGIDA-Demonstration im Januar kommentiert habe: Leipzig, ich bin so stolz! Für Rassisten und Menschenfeinde ist hier kein Platz.

Hier ist tagesaktuell eine Aufstellung, wo Hilfe benötigt wird:

Nacht der Kunst GSS 05. Sept 2015. Foto Detlef M. Plaisier (526)Der Leipziger Flüchtlingsrat (erreichbar unter E-Mail fr@fluechtlingsrat-lpz.org, Telefon 0341/96 13 872, Sternwartenstraße 4, 04103 Leipzig) sucht ehrenamtliche Helfer: medizinisches Personal (Ärzte, Sanitäter, Krankenpfleger, Physiotherapeuten und Angehörige ähnlicher Berufsgruppen) / Übersetzer – Fremdsprachen wie Arabisch, Persisch, Russisch, Urdu, aber auch Englisch und Französisch / Fahrer – Besitzer von Pkw oder Transportern, die Fahrten übernehmen können / Sport- und Freizeitangebote – Beschäftigungen und Programm für die Geflüchteten, die den Alltag in der Halle und outdoor erleichtern.

Wer ein Hilfsangebot hat, schickt eine E-Mail mit seiner Telefonnummer, beruflicher Qualifikation und ggf. den Fremdsprachenkenntnissen.

Achtung: Alle Freiwilligen benötigen ein polizeiliches Führungszeugnis, das nicht älter als drei Monate sein darf. Es kann beim Bürgeramt beantragt werden. Die üblichen Kosten von 13 Euro fallen bei einem Zeugnis für ein Ehrenamt nicht an. Einen entsprechenden Nachweis können sich Helfer beim Flüchtlingsrat holen. Weitere Informationen unter www.fluechtlingsrat-lpz.org

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Die Johanniter Unfallhilfe (Telefon 0341/2247600, Stützpunkt Witzgallstraße 20, 04317 Leipzig) hat durch die große Spendenbereitschaft schon einen großen Teil des Bedarfs gedeckt. Aktuell werden benötigt
Windeln für Kinder über 15 Kilogramm
Unterwäsche und Socken (bitte nur Neuware) in allen Größen
Rasierzeug (nicht elektrisch)
Kämme

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Studentenrat der Universität Leipzig (E-Mail gf@stura.uni-leipzig.de, Telefon 0341/97 37 850, Universitätstraße 1, 04109 Leipzig) und Studentenrat der HTWK (E-Mail sprecher@stura.htwk-leipzig.de, Karl-Liebknecht-Straße 132, 04277 Leipzig) suchen Freiwillige, die beim Dolmetschen in der Sporthalle Arno-Nitzsche-Straße helfen können. Besonders gesucht: Russisch, Arabisch oder Französisch.

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Gesehen auf der Leipziger Eisenbahnstraße, Juli 2015. Foto: Detlef M. Plaisier

Gesehen auf der Leipziger Eisenbahnstraße, Juli 2015. Foto: Detlef M. Plaisier

Ab Mittwoch, 26. August 2015, wird die Produktionsschule SCHAUPLATZ gGmbH auf ehrenamtlicher Basis eine zentrale Annahmestelle für Sachspenden betreiben. Adresse: Berliner Straße 69, 04129 Leipzig, Telefon: 0341 / 90 99 80 -10. Öffnungszeiten für Sachspendenannahme: Mo-Do 7 bis 16 Uhr, Fr 7-13 Uhr. Benötigt werden:

KLEIDUNG
Immer sehr dringend: UNTERWÄSCHE (aus hygienischen Gründen bitte nur Neuware für Männer, Frauen und Kinder in allen Größen / T-Shirts, Pullover, Jacken, Hosen (gewaschen, sauber, tragbar, keine Lumpen), vor allem für Männer, aber auch für Frauen und Kinder in allen Größen / Schuhe, auch Hausschuhe und Sandalen für Männer, Frauen und Kinder in allen Größen

SPIELZEUG/GESELLSCHAFTSSPIELE
Schach, Mühle, Backgammon, Kartenspiele (Rommé, Skat), Mensch ärgere dich nicht, UNO, Quartetts
Stifte, Malbücher, Bilderbücher, Bildwörterbücher (am besten mit mehrsprachigen Erklärungen), Belletristik (Arabisch, Russisch, Persisch…), außerdem Spiele für draußen (Bälle, Federball, Beachtennis etc.)

RUCKSÄCKE, REISETASCHEN

HANDTÜCHER (aus hygienischen Gründen bitte nur Neuware)

HYGIENEARTIKEL
Kämme, Bürsten, Einwegrasierer, Rasierschaum
Duschbad, Shampoo, Seife
Zahnpaste, Zahnbürsten
Damenhygieneartikel, Windeln

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Elektrogeräte nimmt die Heilsarmee entgegen. Bitte vor Abgabe anrufen: Telefon 0341 2518880 oder E-Mail: leipzig@heilsarmee.de

Das Ende eines Engagements: Ein Interview und die Reaktionen

BILD leipzigdiscovery 12. Aug 2015Ich bin tief bewegt und dankbar für eine unvorhersehbare Zahl von Reaktionen und so viel Zuspruch. Ich hatte gedacht, ich sag das einfach mal so und zieh mich zurück. Erst jetzt wird mir bewusst, wie sehr ich doch wahrgenommen werde und wie sehr die Gedanken anderer bei mir sind. Danke, besonders auch für den Versuch, meine Güterabwägung doch noch in eine andere Richtung zu lenken.

Ich danke Henning Uhle für den ersten Artikel nur wenige Stunden später.

Ich danke Jerome Nussbaum von der BILD LEIPZIG (ja, denen danke ich selten!) für seine objektiven Worte auf den Punkt.

Danke an Susanne Zimnoch von mephisto 97.6 für das spontane Interview (wenn ihr es hört, das war Susannes Mikrofonpremiere in der mephisto Sommerakademie – Daumen hoch!):

Von den Meinungen, die mich über die sozialen Medien erreicht haben, möchte ich drei wiedergeben:

In was für Zeiten leben wir eigentlich?! Dieser Mensch hat mit autonomen oder linksradikalen Zusammenhängen nichts zu tun, sondern ist im besten Sinne des Wortes Demokrat, und nun muss er um Leben und Gesundheit von sich und seiner Freundin fürchten, nur weil er humanistische Werte vertritt!!!

Du bist jetzt der zweite Journalist, der sich wegen Drohungen zurück zieht. Ich sehe eine extrem angsteinflößende Entwicklung in unserem Land, vorallem aber hier im Freistaat Sachsen. Drohungen und Gewaltaufrufe sind inzwischen an der Tagesordnung. Es ist erschreckend, wie sehr dies an den Aufstieg der NSDAP erinnert. Auch damals war Einschüchterung ein probates Mittel um den “Feind“ zum Schweigen zu bringen… Schweigen finde ich auch fatal. Ich frage mich aber gleichzeitig, in welche Richtung sich das Ganze noch entwickeln wird und an welchem Punkt auch ich aufhören und lieber das Weite suchen soll. Momentan ist es ja leider so, dass man mit seinem Aktivismus nicht nur sich selber, sondern auch die eigene Familie und Freunde in Gefahr bringt.

„Aber man darf nicht schweigen! Man muss ihnen im lutherischen Grundsatz entgegentreten und sagen: Ich stehe hier und kann nicht anders! Es ist gefährlich! Aber anders geht es nicht, denn wenn der klügere immer nach gibt, dann regieren die Dummen und Gierigen die Welt.“

Und dann ist da noch dieser Tweet:

„Wer keine Solidarität zeigt, sollte auch keine erwarten“

Wäre ich am heutigen Abend nicht erschöpft, wäre ich wütend. Was kann ich denn noch mehr an Solidarität erbringen als meine freie Zeit, meine Kommentare, meine Fotodokumentationen, und das alles mit Gesicht und Namen und Gefahr für Gesundheit und Leben? Habe ich denn wirklich übersehen, dass in dem mechanischen Anrennen gegen den „Feind“ die Menschlichkeit und das Verständnis untereinander auf der Strecke geblieben sind? Ich finde so einen Vorwurf

erbärmlich. absurd. verletzend. respektlos.

Wem habe ich da meine Zeit geschenkt?

Das Ende eines Engagements

Das Gefühl nach Freital 2 und LEGIDA hat sich verdichtet. Ich werde künftig nicht mehr öffentlich auf politischen Anlässen auftreten und auch nicht mehr darüber berichten. Den letzten Anstoss gab mir heute morgen sehr früh ein Beitrag von Heinrich Schmitz, früherer Kolumnist des European, überschrieben „Kapitulationserklärung„. Er erklärt, warum er aus der Initiative #HeimeOhneHass aussteigt. Nun ist sein Engagement ebenso wenig mit meinem Einsatz zu vergleichen wie sein Ausmass der persönlichen Bedrohung. Aber er gibt auf den Punkt genau das wieder, was ich fühle. Auch ich werde mich jetzt verstärkt Buchrezensionen widmen und meinem eigenen Buchprojekt.

Ich empfehle, den vollen Wortlaut des Textes zu lesen. Hier ein Auszug:

Die „besorgten Bürger“ können die Korken knallen oder die Bierdosen spritzen lassen. Sie können sich auch vor Freude einpissen. Es ist mir egal. Sie haben gewonnen. Ich kapituliere. Mir reicht’s…

Ich bin jetzt auch ein besorgter Bürger. Ich sorge mich um die Sicherheit meiner Frau und meiner Kinder. Und ich bin nicht mehr bekloppt genug, diese Sicherheit für etwas zu riskieren, was ohnehin nur einen sehr begrenzten Teil der Bevölkerung erreicht…

Kann der Wunsch, der Gesellschaft zu dienen wirklich wichtiger sein, als die Pflicht, die Familie vor Angriffen zu schützen? Ja, das hätte ich vielleicht sogar zugunsten der Gesellschaft und damit zugunsten meiner geliebten Autorentätigkeit entschieden, wenn ich das Gefühl gehabt hätte, dass „die Gesellschaft“ selbst irgendwie mitzieht und allen extremistischen Bestrebungen ein klares STOPP entgegensetzt… Schauen Sie sich zum Beispiel diese Petition an. Klar 55000 Unterzeichner sind gemessen an anderen Petitionen gar nicht übel, und ich bin jedem Einzelnen für diese Unterstützung von Herzen dankbar. Sie sind auf der richtigen Seite. Aber seien Sie mal ehrlich, was sind wir aufrechten 55.000 in einem 80-Millionenvolk…

Mein Entschluss steht fest. Sie werden von mir keinen politischen Text mehr zu Lesen bekommen. Da ich weiter schreiben muss, weil das meine Leidenschaft ist, werde ich mich auf Rezensionen beschränken und mich einem lange schon geplanten Jugendbuch über Fragen des Rechts widmen… Ich werde sicher der oft gescholtene Gutmensch bleiben, aber ich werde mir nicht mehr für meine lieben Mitbürger, die ihren Arsch erst hoch bekommen, wenn sie von einem Hooligan aus ihrem Sofa geprügelt werden, in der Öffentlichkeit den Arsch aufreißen. Bezüglich meiner Überlegungen zitiere ich gerne aus Wolfgang Niedeckens „Verdamp lang her“:

„Nit resigniert, nur reichlich desillusioniert.
E bessje jet hann ich kapiert.“

Ich habe kapiert, dass die „schweigende“ Mehrheit der Bevölkerung am liebsten „schweigt“. Dass sie keineswegs mit dem Hass auf den Straßen einverstanden ist, aber lieber hinter den Gardinen steht, statt selbst auf die Straße zu gehen. Dass die Frau an der Spitze dieses Landes das Schweigen zur Regierungsmaxime erhoben hat und sich gerade deshalb alternativloser Beliebtheit erfreut. Dieses Schweigen wird über kurz oder lang zu einem „Schweigen der Lämmer“ werden. Es soll dann nur niemand behaupten, er hätte nichts gewusst oder er habe nichts tun können. Ich habe es oft genug gesagt. Das ist jetzt vorbei.

LEGIDA 03. August 2015 (Fotostrecke und Kommentar)

In eigener Sache

Bei der heutigen Kundgebung an der Hainspitze wurde ich von einigen Gegendemonstranten verbal angegangen, ich solle das Fotografieren unterlassen, was mit Gesten unterstützt wurde, die sonst nur den Nazis gegenüber gezeigt werden. Ich dachte an die gestrigen Twitter-Diskussionen um die Nichtverpixelung meiner Fotos aus Freital und die relativ hohe Zugriffszahl auf meine Fotos. Zu Hause angekommen, wurde mir mit einem Blick auf Twitter (ja, ich nutze Twitter nicht mobil, ich bin schließlich alt) einiges klar:

„Bürgerwehr #Freital veröffentlicht unverpixelte Fotos von @author_Leipzig. Outings, Drohungen & Evakuierungen to come #antifa“

„Liebe #nolegida-Demonstranten, viel Erfolg und Danke für Euer Engagement! Bitte nehmt euch vor Nazifotografen und @author_Leipzig in Acht.“

Um das mal zu sortieren: Ich werde mit Nazifotografen auf eine Stufe gestellt. Nun habe ich also neben den schon bekannten Drohungen von rechts auch solche von der Antifa zu erwarten.

Mich trifft das tief. Wenn ich mir allerdings die Profile der Twitter-Kommentatoren ansehe und dort unter anderem finde

„Depressive antideutsche Glatze…“

dann wird mir klar: Auf den Staat scheißen, aber die Wohltaten der Demokratie wie Demonstrations- und Meinungsfreiheit wie selbstverständlich beanspruchen. Nein, Antifa, wir passen nicht zusammen und haben nie wirklich zusammengepasst. Trotz aller Fehler stehe ich nämlich hinter dieser Demokratie und verteidige sie, und das ganz sicher nicht mit Parolen wie „Nie wieder Deutschland“.

Heute werde ich noch die LEGIDA-Bilder einstellen, so wie bisher. Ab morgen werde ich zum Schutz meiner Familie an keiner Kundgebung mehr teilnehmen, keine LEGIDA, kein Freital, kein Anderswo. Einige werden es bedauern. Der Antifa wird’s am Arsch vorbeigehen. Alles Gute bei eurem Kampf.

Alle Fotos: Detlef M. Plaisier. Und zum letzen Mal: Teilen und Kommentare erwünscht!

LEGIDA mit Verstärkung: Immer noch kümmerlich, aber zunehmend aggressiv

LEGIDA mit PEGIDA, Leipzig 06. Juli 2015. Foto Detlef M. Plaisier (125)Gezählt: Zieht man die Bachmann-Touristen per Bahn und Fernbus ab, wird der Haufen immer kleiner. In den Reden muss das Grundgesetz für krude germanische Heldenfantasien herhalten, und Lutz Bachmann kriegt immer noch Gänsehaut, wenn der Ruf erschallt (ohne Donnerhall) Wir sind das Volk.

Bedenklich: Die Stimmung wird aggressiver. Zwei meiner Fotografenkollegen und ich wurden von bis zu vier jungen Kundgebungsteilnehmern über den Platz „begleitet“, man baute sich vor uns auf mit eindeutigen Drohgebärden. Presseausweise und Gesichter wurden fotografiert. Was mich nicht davon abhält, die abendliche Ausbeute hier einzustellen. Nur als Hinweis an die Mitleser: Eine Veröffentlichung meines Fotos mit persönlichen Daten zieht eine Schmerzensgeldklage von mehreren tausend Euro nach sich. Jede Beleidigung oder Bedrohung führt sofort zur Anzeige.

Versöhnlich: Nach Ende des sensiblen Konzertes „Neue pohlnische Capelle – Deutsch-polnische Barockmusik reloaded“ (ja, das schreibt man so) am Bachdenkmal Thomaskirche konnten sich die Besucher gleich am friedlichen lauten NO LEGIDA-Protest beteiligen.

Copyright für alle Fotos: Detlef M. Plaisier. Download, Weitersagen, Teilen und Kommentare ausdrücklich erwünscht!

Neue Blog-Kategorie: LEGIDA

Nach dem Auftritt von GIDA Regional in Borna war es fällig: Ich habe LEGIDA auf meinem Blog eine eigene Kategorie spendiert. Wer also die Entwicklung der Bewegung aus meiner Sicht nachlesen und die zeitlosen, entlarvenden Fotos genießen möchte, klickt hier: leipzigdiscovery.com/legida/

Kreativ in Borna: „Schießt die Nazis auf den Mond / Damit sich Raumfahrt wieder lohnt“ (Kommentar und Fotostrecke)

Demogeld@jolly_rot_faust

Demogeld@jolly_rot_faust

Der neue Name ist „Gida Regional“. Neuer Wein etwa in neuen Schläuchen? Mitnichten. Der Auftritt in Borna bestätigt nur die Beobachtungen der letzten Wochen, die immer wiederkehren und langsam ermüden: Die Zahl der wirklich besorgten Bürger, die es zu Beginn der Bewegung gab, sinkt weiter. Die Zahl der bildungsfernen, alltagsuntauglichen Mitläufer, die auch jedem anderen Bauernfänger nachgelaufen wären, bleibt unverändert. Die Zahl der politisch motivierten, zum Teil gewaltbereiten Rassisten und Neonazis unter dem Missbrauch der grundgesetzlich verbrieften Meinungs- und Versammlungsfreiheit steigt weiter.

Diesmal zeigen sich Krakeeler, denen ich schon in Freital gegenüberstand, Identitäre, offen auch JN und NPD, Brigade Halle und Hools. Das Gerücht von SS-Siggi und der Borussenfront macht die Runde. Doch es bleibt ruhig. Die rund 50 Gegendemonstranten aus Leipzig werden sicher geleitet, es gibt nach vier Stunden Ermüdung noch  eine Identitätsfeststellung wegen Vermummung und die Ingewahrsamnahme eines alkoholisierten Teilnehmer von Legida mit Hitlergruß. Business as usual also? Auch wenn die Routine langsam um sich greift: Es gilt, nicht müde zu werden. Der diskreditierte „Krawalltourismus“ muss allerorten, in Dresden, Leipzig und im letzten Winkel des Hinterlandes, zeigen: Für Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Menschenverachtung ist in Sachsen nie wieder Platz.

Gerade erreicht mich eine Presseerklärung der SPD-Generalsekretärin:

„Der Verfassungsbericht ist alarmierend: Immer mehr Übergriffe auf Asylbewerber, immer mehr Anschläge auf Flüchtlingsheime, immer mehr gewaltbereite Rechtsextremisten. Mit der Anfang dieses Jahres aufgeflogenen Gruppe „Oldschool Society“ (OSS) hat es erneut eine rechtsterroristische Gruppe in Deutschland gegeben. Und das, was wir in diesem Jahr schon an Gewalt und Anschlägen erlebt haben zeigt: Der gefährliche Trend setzt sich fort.

Es braucht eine stärkere Kultur des Widerspruchs in unserem Land. Es darf nicht dabei bleiben, dass sich immer wieder dieselben gegen die gesellschaftlichen Brandstifter und Menschenfeinde zur Wehr setzen. Wer schweigt, wenn Hass und Hetze gegen Schwache betrieben werden, der lässt zu, dass sich die Hemmschwelle der Nazis weiter senkt.

Der Verfassungsschutzbericht zeigt, wie wichtig und richtig es ist, hier die aktive Zivilgesellschaft zu unterstützen. Dank der konsequenten Arbeit von Manuela Schwesig gibt es mit dem Förderprogramm „Demokratie leben“ hierfür endlich auch wieder ein leistungsfähiges Instrument. Für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ist der Kampf gegen neue und alte Nazis eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

LEGIDA Borna 29. Juni 2015. Foto Detlef M. Plaisier (34)Frau Fahimi, sorgen Sie dafür, dass alle Ihre Funktionsträger dies auch umsetzen. Borna macht es vor: In einem breiten Konsens hat die soeben im Amt bestätigte Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (DIE LINKE) Persönlichkeiten aus Politik, Kirche und Gesellschaft hinter sich vereint. Unter dem Motto „Weltoffen. Tolerant. Borna.“ wenden sie sich gemeinsam gegen fremdenfeindliche Positionen und menschenverachtendes Gedankengut. Ihr Aufruf ist für jeden sichtbar an der Rathaustür angeschlagen.

Und hier ist der kreativbunte-todsterbenslangweilige Mix aus Borna (Alle Fotos: Detlef M. Plaisier. Download, Teilen und Kommentare ausdrücklich erwünscht!):

 

Dem Mob begegnen: Meine Fahrt nach Freital. Das Pack ist schlimmer als in Leipzig.

Nachtrag am Sonntag, 28. Juni 2015

In der Nacht hat in Meißen ein Gebäude gebrannt, das als Flüchtlingsunterkunft vorgesehen war. Am Abend zuvor hatten etwa zwei Dutzend Neonazis in Meißen unter Beteiligung der „Initiative Heimatschutz“ gegen eine angebliche Gefährdung durch steigende Ausländerkriminalität protestiert. Ein Zusammenhang wird geprüft. Auf ihrer Facebook-Seite gibt die Intiative die Teilnehmerzahl des Treffens selbst mit 45 an und distanziert sich von dem mutmaßlichen Brandanschlag:

Statement zum jämmerlichen Lügenartikel: Initiative Heimatschutz distanziert sich von jeglichen Brandstiftungen, Anschlägen und sonstigem. Wir sind weder rechtsextrem, noch rassistisch !

Auf ihrer Facebook-Seite duldet die „Initiative Heimatschutz“ offen Volksverhetzung, Rassismus sowie Aufrufe zu Gewalt und deren Billigung. Screenshots liegen vor, Anzeigen werden geprüft. Zum diesjährigen Ramadan wurde auf der Seite diese Grafik verbreitet:

Ramadan

Sachsen entwickelt sich zunehmend zum bundesweiten Zentrum des Rassismus und der Angriffe gegen Menschen.

Wo ist denn der breite Aufstand der Zivilgesellschaft? Es muss eine deutliche und nachhaltige Haltung eingenommen werden – von Politik und allen zivilgesellschaftliche demokratischen Kräften. Wir brauchen für Sachsen eine echte Vielfaltsagenda und den Mut den RassistInnen täglich und überall entgegenzutreten und ihnen weder die Deutungshoheit noch die Straßen überlassen. (Irena Rudolph-Kokot – bitte teilen!)

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Freitag, 26. Juni 2015

Vor der Fahrt. Der Bus ist auf der Seite der Heimgegner schon angekündigt:

TEILEN ERWÜNSCHT!

Bürger von Freital, Sachsen und Deutschland!

Heute Abend wird wieder mal Antifa aus Leipzig usw. nach Freital gekarrt. Herr Kasek von den Grünen bringt seine Leute in unsere Stadt.
Lasst die Anwohner, des Asylhotels Leonardo, nicht allein!
18.00 beginnt die Veranstaltung der WuT.
Heute muss jeder anständige Mensch für seine Heimat einstehen und Gesicht zeigen gegen diesen Mob!
Nicht provozieren lassen!
Friedlich und gewaltfrei dem Pöbel entgegentreten!
Bitte auch das Flaschenverbot usw beachten.

Morgen ist jeder aufgerufen zum Leonardo zu kommen. Da wird jeder Schutz gebraucht für die Anwohner da Kasek wieder seine Horden aus dem Leipziger Zoo loslässt.Bis jetzt liegen aber auch uns für morgen schon viele Unterstützungszusagen vor. Trotzdem bitten wir Euch nochmal alles zu mobilisieren.

Es gibt wenige besonnene Stimmen:

Menschen zeichnen sich durch Menschlichkeit aus. Was da in Freital gerade passiert, ist ein Schlag gegen die Menschlichkeit. Es ist ein Arschtritt für Menschen, die in Not sind und einen Zufluchtsort brauchen- keiner kommt zum Luxusurlaub nach Freital!

Gerade kommt die Meldung, in Frankreich sei ein enthaupteter Mann aufgefunden worden, neben ihm eine islamistische Flagge. Ungeachtet des Wahrheitsgehaltes wird sich das auch bis Freital herumsprechen. Ob es den Hass noch einmal befeuern wird?

Vor der Abreise. Schon eine Stunde vor der Abfahrt treffen die ersten Mitfahrer am Hauptbahnhof ein. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellt. Schließlich müssen fast einhundert Personen irgendwie in Mitfahrgelegenheiten untergebracht werden. Vorherrschende Farbe: Schwarz. Antifa. Ich werde kritisch beäugt. Zu alt, kein Schwarz. Keiner fragt, keiner pöbelt. Ich komme mit einem Mitreisenden ins Gespräch, der schon viele Jobs hinter sich hat: Mädchen für alles beim FC International Leipzig, jetzt fährt er für ein Fernbus-Unternehmen. Ob ich wüsste, dass Abschiebungen immer mehr auch mit Fernbussen im regulären Linienverkehr durchgeführt werden? Er nennt mir Unternehmen, Routen, auch von Leipzig aus. Ich werde mich des Themas annehmen.

Freital FRIGIDA 26. Juni 2015. Foto Detlef M. Plaisier (17)Auf der Fahrt  gibt es zwei erfreuliche Nachrichten:
Die sächsische Landesregierung will das Konzept für die Erstunterbringung von Flüchtlingen überarbeiten. Dies habe Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) im Anschluss an eine Sitzung des Lenkungsausschusses Asyl verkündet, sagt Irena Rudoph-Kokot im Bus durch. Ich lese im Netz nach: Es gebe eine »Notsituation« in Sachsen, so Petra Köpping. Die Kommunikation zwischen Kommunen, Landräten und Land müsse verbessert werden. Welch Erkenntnis. „Es zeigt Wirkung, was wir machen“, meint Irena. „Deswegen: Dranbleiben!“

Die Meldung,  dass die Facebook-Seite „Freital wehrt sich. Nein zum Hotelheim“ gelöscht oder deaktiviert wurde, wird schon während der Versammlung in Freital korrigiert. Offensichtlich wurden von Google nur gemeldete Pots geprüft.

Schon auf der Autobahn erhält unser Bus Geleitschutz.

Freital FRIGIDA 26. Juni 2015. Foto Detlef M. Plaisier (93)In Freital ist alles wie erwartet und doch alles ganz anders. Eigentlich ganz idyllisch, das Städtchen. Der Weg zum Versammlungsgelände führt über gefühlte 134 Stufen. Die Polizei sichert gut ab. Schon bald ist der rechte Mob zu hören. Was ich höre, verschägt mir zunächst die Sprache. LEGIDA ist dagegen eine Krabbelgruppe mit Hochkultur. Journalistenkollegen sind entsetzt. Ich schaue mir die Menschen an. Ich habe schon in hasserfüllte Gesichter der Antifa hinter Absperrungen gesehen. Das hier ist schlimmer. Hier schreien Menschen mit verzerrten Gesichtern ehrverletzende Parolen, die mit mit dem vorgeblichen Anliegen, dem Protest gegen die Heimunterbringung, nichts zu tun haben. So sehen sie aus:

Auf einer Kundgebung ist es wie auf einer Lesung: Man sucht sich einen Liebling aus und heftet sich immer wieder an seine Augen. Hier ist mein Liebling (der im späteren Verlauf vorläufig festgenommen wurde):

Und auf der anderen Seite? Klar, auch da gibt es eine Frontstellung: Vorne die Aktivisten, die Banner halten und skandieren. Auch drei Flüchtlinge stehen in der ersten Reihe. „Nazis raus“ klappt schon ganz gut. Einer von ihnen versucht dann beim Antifa „Nie wieder Deutschland“ mitzumurmeln. Ob er das wirklich verstanden hat? Hinter den ersten Reihen herrscht Volksfestcharakter. Bälle werden jongliert, man spielt Karten. Vor allem aber: Man redet miteinander, lächelt, lacht. Kein Hass, keine Beleidigungen. Hier weiß jeder, was Empathie und Mitmenschlichkeit bedeuten. So viele kleine Geschichten: Die ersten Unterstützer, die am Heim eintreffen, erhalten von den Bewohnern eine Rose mit einem Zettel. „Danke“ steht darauf. Ein Mädchen der Antifa (nicht in Schwarz) erklärt Flüchtlingskindern, warum sie ein Gummibärchen als Geschenk nicht isst. Sie ist Veganerin. Für alle Freitaler, die es leider auf der anderen Seite nicht sehen konnten: So sehen engagierte fröhliche Gutmenschen aus

Miteinander reden vereint. Und Musik. Das Solikonzert der Rapcrew Antilopen Gang bringt alle zusammen. Die Bilder der Kinder sind für mich die schönsten Eindrücke des Tages:

Und dann gab es noch das am Rande:

Nach vier Stunden
Die beiden Reihen standen sich in Sicht- und Hörweite gegenüber. Keine Attacken, keine Ausbruchsversuche. Bei der Auflösung der Versammlung wird einer der Gegendemonstranten durch ein Wurfgeschoss verletzt und durch Sanitäter erstversorgt. In Leipzig sucht er sofort die Augenklinik auf. Durch eine vermurlich ätzende Flüssigkeit wird er auf einem Auge voraussichtlich sechs Wochen blind bleiben.

Kommentar
Ich möchte mich hier nicht an der Diskussion beteiligen, ob die SPD Sachsen die verfehlte Flüchtlingspolitik durch ihre Zurückhaltung mit verschuldet hat. Im Namen vieler Beobachter, Teilnehmer wie Journalisten, kritisiere ich scharf, dass das Zeigen des „Hitlergrußes“ nicht verfolgt wird. Ich selbst habe vier verschiedene Personen gesehen, die den Gruß gezeigt haben. Die Polizeikette stand den Demonstranten zugewandt. Es erfolgte keine Reaktion. Ein Teilnehmer berichtete mir, er habe nach der vergeblichen Aufforderung an Polizeibeamte in der Kette die Polizeiwache angerufen. Dort habe man ihm gesagt, er möge doch nach Ende der Veranstaltung vorbeikommen und eine Anzeige erstatten. Es dürfte jedem klar sein, dass dann eine Verfolgung der Person nicht mehr möglich ist. Das offensichtliche Ignorieren dieser Straftat (§ 86a Abs. 1 Nr. 1 StGB) war in Freital so offensichtlich, dass selbst die BILD dies thematisierte. Eine konsequente Verfolgung wird auf Demonstrationen allerdings immer wieder lasch gehandhabt werden, so lange deutsche Gerichte das Zeigen und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen relativieren, so zuletzt geschehen durch das Amtsgericht Köln. Es hatte in einem Verfahren rund um die HoGeSa-Demonstration in Köln geurteilt, dass es für eine Bestrafung nach § 86a StGB erforderlich sei, dass der Täter eine „subjektive Identifikation mit dem ideologischen Gedankengut des Nationalsozialismus“ aufweise. Eine gewollte Provokation alleine reiche dafür nicht aus (Az.: 523 Ds 704/14, rechtskräftig).

© für alle Fotos: Detlef M. Plaisier

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Brauner Protest in Leipzig, hier gegen den Moscheebau in Gohlis. Foto: Archiv Detlef M. Plaisier

Brauner Protest in Leipzig, hier gegen den Moscheebau in Gohlis. Foto: Archiv Detlef M. Plaisier

Donnerstag, 25. Juni 2015

Dieses Blog sollte nie politisch sein. Doch dann kam die Diskussion um den Moscheebau in Gohlis, dann LEGIDA, und jetzt Freital. Ich habe mich im Netz umgesehen, auf YouTube, vor allem in den sozialen Medien. Facebook läuft bei mir den ganzen Tag. Was dort, vor anderem in der Gruppe „Freital wehrt sich. Nein zum Hotelheim“ gepostet wird, ist erschreckend und abstoßend. Es ist blanker Hass. Es ist Aufruf zur Gewalt. Es ist Rassismus. Argumente sind verlorene Mühe. Gestern sagte jemand etwas von Pogromstimmung. Ja, ich fühlte mich an Rostock-Lichtenhagen erinnert.

Morgen fährt ein Bus von Leipzig aus zur Unterstützung der Flüchtlinge nach Freital. Ich fahre mit. Unter anderem werden Jürgen Kasek (B90/GRÜNE), Juliane Nagel (DIE LINKE) sowie Daniela Kolbe und Irena Rudolph-Kokot (SPD) im Bus sitzen. Was sie und alle Mitfahrenden erwartet, steht auch klar in der oben erwähnten Gruppe:

TEILEN — TEILEN — TEILEN

Wir erhielten den ganzen Vormittag Zuschriften der Anwohner vom Langen Rain. Diese drückten ihre Verängstigung gegenüber der Antifachaoten von Kaseks Söldnertruppe aus Leipzig aus. Verbale Angriffe und Beleidigungen bis hin zu Drohungen, daß man die Einwohner zum Teufel jagen und das Viertel platt machen würde, erfolgten gegenüber den Anwohnern. Auch die ganze letzte Nacht trieben sich dort diese Gestalten rum.
Nach Protesten der Einwohner an den letzten Tagen wurden wir heute gebeten, auch über unsere Bürgerinitiative, Hilfe für die Anwohner zu leisten.
Dies tun wir hiermit:
Wir rufen ALLE Anhänger der Bürgerinitiative dazu auf, die Anwohner zu schützen.
Wir fordern Euch auf, auf allen Ebenen zu verbreiten was Kasek, Kummer und die Richters da oben anrichten. Bringt es unter die Menschen und bringt vor allem diese Menschen mit zum Leonardo.

Stellt Euch diesen LINKEN entgegen und zeigt ihnen, dass dies unsere Stadt ist.

Ab 17 Uhr treffen sich da die Anwohner und erwarten Eure Hilfe.

Es ist KEINE Veranstaltung der Bürgerinitiative aber wir stehen voll und ganz hinter den Freitalern.

Andere Fetzen aus dem Netz (Quelle für beide http://www.vice.com/de/read/in-freital-gehen-die-besorgten-buerger-mit-baseballschlgern-auf-jagd):

„Eine rassistische Bürgerwehr überwacht die Heimbewohner in der Stadt teilweise auf Schritt und Tritt. Einmal standen zwei aus dem Ort schon mit dem Molotowcocktail vor dem Heim, wurden aber noch von der Polizei festgehalten.“

(…) Die Abreise derjenigen, die sich mit den Flüchtlingen solidarisieren, wird dabei immer wieder zur Mutprobe. Am Dienstag die Verfolgungsjagd, außerdem zwei zerstochene Reifen und eine große Gruppe Nazis vor dem Bahnhof, die mit Böllerwürfen verhinderte, dass die Unterstützer aus Dresden ihren Zug bekommen konnten. Am Mittwochabend wieder eine Attacke bei der Abreise: Als eine Gruppe Jugendlicher zum Bahnhof gehen will, taucht plötzlich ein Mob auf, zwischen 20 und 40 Männer laut Augenzeugen. Sie jagen die Jugendlichen zurück und bewerfen sie mit Bierflaschen. Wieder wird ein Aktivist verletzt.“

Ich will selber erspüren, was in Deutschland los ist. Ist Angst ein guter Ratgeber? Bis morgen.

Nach der Pause: LEGIDA rückt weiter nach rechts

Zum erstenmal waren beim Spaziergang Mitglieder und Fahnen der sächsischen Identitären Bewegung (dazu: http://goo.gl/ZPCJQb) dabei. Deren Vor“denker“ Tony Gerber durfte von der mobilen Bühne auf dem Richard-Wagner-Platz seine Thesen propagieren. Rasse, Volk und Boden lassen grüßen. Die Identitären traten zu großen Teilen in Bekleidung von Thor Steinar auf. Unfreiwillig komisch: die Deutschlandsocken. Manchmal lohnt es sich auch, nach unten zu schauen.

DIE PARTEI hatte keine eigene Kundgebung angemeldet, sondern reihte sich in den Gegenprotest an der Hainspitze ein. Chef Thomas „Kuno“ Kumbernuss schwört zeitweise den Parteiprinzipien ab und will bis Ende Juli keinen Alkohol trinken. Dafür isst er jetzt vegetarische Bio-Bratwürste kalt aus der Packung.

Erstmals ließen die Ordnungskräfte LEGIDA und Gegendemonstranten auf der Strecke direkt nebeneinander laufen. Lob für beide Seiten: Außer Verbalattacken gab es keine Übergriffe.

Alle Fotos: Detlef M. Plaisier. Weitere Verwendung nur auf Anfrage und auf ausdrückliche schriftliche Genehmigung!