Familienbiografie Plaisier: Hilfe vom Fehn

Anzeiger RhauderfehnSoweit es das Tagesgeschäft zulässt, arbeite ich weiter am Text der Biografie, die mein Vater hinterlassen hat. Sie soll zur Leipziger Buchmesse 2017 erscheinen. Leider gibt es nur wenige Fotos dazu. Heute hat der General-Anzeiger in Westrhauderfehn einen Aufruf veröffentlicht, mir mit Bildern zu helfen. Herzlichen Dank!

Restauriert: Im sächsischen Limbach-Oberfrohna wird die Stadtgeschichte bewahrt

Limbach-Oberfrohna liegt mit rund 25.000 Einwohnern als Große Kreisstadt im Südwesten des Freistaates Sachsen. Idyllisch ist es dort (weiß ich aus eigener Anschauung), und Gäste besichtigen gern die Stadtkirche und das Schloß Wolkenburg. 2016 richtet die Doppelstadt den Tag der Sachsen aus. Pfarrer Johannes Schubert hat aktuell besonderen Grund zur Freude: Die historischen Kirchenbücher, das älteste mit Daten aus den Jahren von 1564 bis 1618, sollen jetzt restauriert und damit wieder allgemein zugänglich werden. Die Mitglieder des zweiten Sächsisch-Thüringischen Genealogentages unterstützen die Aufarbeitung im November mit einer Spende von 600 Euro.

Historischer Wirkstuhl im Esche-Museum Limbach-Oberfrohna

Historischer Wirkstuhl im Esche-Museum Limbach-Oberfrohna

Das reicht jedoch bei weitem nicht aus. Die fachgerechte Restaurierung eines der alten Folianten mit dünnen Pergamentseiten kostet bis zu 3.500 Euro. Die ältesten Aufzeichnungen sind inzwischen in einem so schlechten Zustand, dass sie für die genealogische Forschung nicht mehr freigegeben werden können. Genealogen wissen: Auch eine Sicherungsverfilmung von Kirchenbüchern, wie etwa durch die sächsische Landeskirche, kann das Studium der Originalregister nie ersetzen.

Neben Familienforschern sehen auch Heimatforscher der Restaurierung ungeduldig entgegen. Der in Limbach geborene Johann Esche (1682 – 1752) gilt als Begründer der Strumpfwirkerei in Sachsen.  Die Manufaktur in Limbach wurde Zentrum der sächsischen Maschenwarenindustrie, bis die Nachkommen die Fabrik 1870 nach Chemnitz verlagerten. Urenkel und Ururenkel von Johann Esche saßen als Abgeordnete im Sächsischen Landtag und im Reichstag. Von der Möglichkeit, in den Originalbüchern wieder forschen zu können, versprechen sich ansässige Heimatforscher weitere Erkenntnisse zur Limbacher Industrie- und Regionalgeschichte.

Bildquelle: www.limbach-oberfrohna.de / Foto: Esche-Museum

Interaktiv: Friedhofs-App erklärt historische Gräber auf dem Leipziger Südfriedhof

Ich tue mich schwer bei technischen Neuerungen rund um Familienforschung und Friedhöfe, insbesondere mit QR-Codes auf Grabsteinen.  Uneingeschränkt gut finde ich nach einem Test die Friedhofs-App „Wo sie ruhen„, die seit November verfügbar ist und auch Grabstellen auf dem Leipziger Südfriedhof einbezieht.

Grabmalanlage der Familie Herrmann Julius Meyer. Quelle: www.paul-benndorf-gesellschaft.de / Foto: Alfred E. Otto Paul

Grabmalanlage der Familie Herrmann Julius Meyer. Quelle: www.paul-benndorf-gesellschaft.de / Foto: Alfred E. Otto Paul

Die WebApp als audio-visueller Rundgang stellt insgesamt 1007 Ehrengrabstätten, Gräber berühmter Persönlichkeiten, Grabmale mit herausragender architektonischer wie kunsthistorischer Bedeutung sowie solche mit außergewöhnlichen Restaurierungsarbeiten auf 37 ausgewählten Friedhöfen vor. Alle Bundesländer sind vertreten. Berlin stellt den Löwenanteil mit neun Ruheplätzen, in Sachsen wird neben dem Leipziger Südfriedhof der Alte Katholische Friedhof in Dresden erfasst. Auf dem Südfriedhof werden 30 Grabanlagen vorgestellt. Darunter sind die Mundartdichterin Helene „Lene“ Voigt (verstorben 1962), der Dichter Christian Fürchtegott Gellert, dessen sterbliche Überreste kurz vor der Sprengung aus der Universitätskirche gerettet werden konnten, und die imposante Grabmalanlage der Verlegerfamilie rund um Hermann Julius Meyer (verstorben 1909).

„Wo sie ruhen“ kann mit allen „smarten“ Geräten wie z.B. Smartphone, Tablet, iPad, Smart TV und auf dem PC aufgerufen werden. Die App ist systemoffen angelegt, sodass die Inhalte unabhängig vom Betriebssystem über alle mobilen und stationären Geräte mit üblichen Browsern eingesehen werden können. „Wo sie ruhen“ kann im Play-Store von Google für das Betriebssystem Android kostenlos geladen werden. Eine App-Version für das Betriebssystem iOS wird in Kürze bei iTunes zur Verfügung stehen.

Vor Ort navigiert die WebApp den Nutzer zu den einzelnen Grabmalen, wo dann die Informationen als Audio-Datei abgespielt werden. Die Texte wurden von Autoren verfasst, die sich intensiv mit dem jeweiligen Friedhof beschäftigen. Hans-Jürgen Schatz, bekannter Schauspieler und Rezitator, hat die Texte eingelesen.

Mein Tipp: Schauen Sie auch mal bei anderen Friedhöfen vorbei, zum Beispiel beim Gartenfriedhof in Hannover.

Familiengeschichte für Kinder: „Die Familienforscher“ sind online

Altes Ehepaar in Ostfriesland. Quelle: Archiv Plaisier

Altes Ehepaar in Ostfriesland. Quelle: Archiv Plaisier

Familienforschung ist nicht nur etwas für Rentner. Auch für Kinder kann die Erforschung der Familie überaus spannend sein. Bereits im Kindergarten können dazu erste Grundsteine gelegt werden. „Leider bleiben viele Ansätze im guten Vorsatz stecken“, weiß Timo Kracke, Initiator der Website „Die Familienforscher – Familiengeschichte erlebbar machen„. „Es gibt keine zentrale Stelle, die Ideen speziell für Kinder und Jugendliche bündelt.“

Die neue Website will Informationen, Konzepte, Vorlagen, Quellen, Literatur und Videos zum Thema allgemein verfügbar machen. Timo Kracke: „Mit der Sammlung wollen wir der jungen Generation auch Mut machen, eigene Projekte in Angriff zu nehmen.“ Auf der Website gibt es bereits Vorschläge vom Kindergarten bis zur Oberstufe, darunter das Basteln eines Familienbaumes mit Familienfotos. Wie gut es laufen kann, steht hier in einem ersten Erfahrungsbericht. Weitere Anregungen und Hinweise nehmen die Initiatoren gern entgegen.

www.familienforscher.info

Deutsche Handschriften: Eine Hilfe für Familienforscher

Es hatte schon etwas romantisch Verklärtes, wenn der verhärmte Kirchenbuchschreiber bei Kerzenlicht die Personenstandsfälle in das dicke Buch eintrug. Heute, Jahrhunderte später, freuen wir uns, dass es immer wieder Menschen gab, die diese Unterlagen pflegten und weitergaben. Weniger freut uns, dass wir die Handschrift nur mühsam entziffern können, hoffen wir doch, den toten Punkt bei der eigenen Forschung endlich überwinden zu können.  Familysearch.org hat dazu eine kleine brauchbare Hilfe gestaltet, ergänzt durch praxiserprobte Links. Einfach mal hier reinschauen: http://familysearch.org/learn/wiki/en/Germany_Handwriting

Weitere empfehlenswerte Seiten:
http://www.deutsche-kurrentschrift.de/
http://www.suetterlinschrift.de/

Schallmauer durchbrochen: MyHeritage stellt jetzt über 5 Milliarden Datensätze für Familienforscher bereit

Das Netzwerk für Familiengeschichte MyHeritage, eine der weltweit am schnellsten wachsenden und international vielfältigsten Ressource für die Familiengeschichte, hat in seiner Expansion eine weitere Schallmauer durchbrochen: Die von Forschern suchbaren Sammlungen an historischen Aufzeichnungen haben jetzt die Marke von unglaublichen fünf Milliarden übertroffen.

In den letzten zwei Jahren hat MyHeritage täglich im Durchschnitt fünf Millionen Datensätze in seiner durchsuchbaren Datenbank aufgenommen. Zusätzlich fügten die Nutzer täglich über eine Million Stammbaumprofile hinzu. Die Fundgrube von 5,18 Milliarden Datensätzen auf MyHeritage stammt aus einer Vielzahl von Quellen, darunter Geburts-, Hochzeits-, Todes-, Einwanderungs-, Militäraufzeichnungen, Volkszählungen und anderen Datensätzen. Über 53 Millionen Datensätze kommen aus Deutschland. MyHeritage listet die weltweit größte Sammlung historischer Zeitungen und große Sammlungen an Grabsteinfotos, dazu über 1,5 Milliarden Stammbaumprofile und 200 Millionen historische Fotos. Diese wurden von den 75 Millionen Nutzern aus der ganzen Welt zugänglich gemacht.

Nutzer mit Stammbäumen auf MyHeritage profitieren von fortschrittlichen Entdeckungstechnologien: dem Smart Matching™, dem Record Matching™ und dem Record Detective™. Hierdurch werden automatisch übereinstimmende Stammbaumprofile aufgespürt und relevante historische Aufzeichnungen für die Forschung identifiziert. Nach Angaben von MyHeritage liegt die Trefferquote bei 97%.

Durch Supersearch, die mehrsprachige Suchmaschine zur Familiengeschichte, hat MyHeritage Sprachbarrieren bei der Forschung überwunden. In über 40 Sprachen können Forscher ihre Datensätze erforschen, austauschen und ergänzen.

Merkwürdige Wege: QR-Codes an Grabsteinen

„Gedenken ist etwas Positives“, meint Silvio Merkwitz, Chef der Werbeagentur „Layoutzone“ in Aschersleben/Sachsen-Anhalt. Um Gedenken möglichst vielen Menschen zu ermöglichen, initiiert er jetzt den ersten digitalen Friedhof Deutschlands. Der Weg ist ganz einfach: An Grabsteinen oder Grabstätten werden QR-Codes angebracht, die direkt zu einem virtuellen Friedhof mit Erklärungen im Netz führen. Zunächst werden so Persönlichkeiten der Stadt Aschersleben gewürdigt, später sollen auch Privatpersonen die Möglichkeit haben, ihre Verstorbenen auf diese Weise zu ehren.

Mehr dazu berichtet die Mitteldeutsche Zeitung am 23.04.2014 hier.

53 Millionen deutsche historische Aufzeichnungen jetzt online verfügbar

MyHeritage, das internationale Netzwerk für Familiengeschichte, bietet ab sofort über 53 Millionen deutsche historische Aufzeichnungen an. Millionen Familien können jetzt digitalisierte Aufzeichnungen, die bis ins 16. Jahrhundert zurückgehen, durchsuchen und somit mehr über das Leben ihrer deutschen Vorfahren entdecken. Das Unternehmen erweitert dadurch die Marktführerschaft in Deutschland und will zukünftig weitere Millionen Dollar in die Digitalisierung globaler historischer Inhalte investieren.

Dank der neuen Datensätze bietet MyHeritage eine enorme Grundlage deutscher Aufzeichnungen und Stammbäume an. Die heute hinzugefügten historischen Aufzeichnungen enthalten über 154 Millionen Namen, darunter in über 37 Millionen Geburts- und Tauf-Aufzeichnungen. Die Sammlungen umfassen Ehedokumente aus 1558, Volkszählungen aus 1867 und Grabdokumente aus 1582. Mehr Informationen über die Sammlungen sind abrufbar unter http://pages.myheritage.com/deutschland/sammlungen/.

Über 45 Millionen Profile in über einer halben Million Stammbäumen wurden bereits von deutschen MyHeritage-Nutzern erstellt. Die Aufzeichnungen und die öffentlichen Profile stehen auf SuperSearch, der Suchmaschine für historische Aufzeichnungen, zur Verfügung. Leistungsfähige Übereinstimmungs-Technologien durchsuchen automatisch die Stammbäume. Relevante Aufzeichungen werden dem Nutzer dann direkt angezeigt.

Fragwürdiges Projekt: GeneaNet will Grabsteine digitalisieren

Das Genealogieportal GeneaNet will eine digitale Sammlung von Grabsteinen aufbauen. Die Mitglieder sind aufgerufen, Gräber ihrer Wahl zu fotografieren und einzusenden. Die Fotos werden zu einer Sammlung zusammengefügt und sind dann für Mitglieder frei zugänglich, die Rechte bleiben bei den Einsendern.

Ich finde dies aus zwei Gründen fragwürdig: Ich kann nicht einfach auf einen Friedhof meiner Wahl spazieren und fremde Gräber fotografieren. Dafür gibt es in Deutschland rechtliche Regelungen. Mindestens eine Absprache mit der Friedhofsverwaltung ist notwendig. Das erwähnt GeneaNet im Aufruf nicht. Und neu ist diese Idee auch nicht: Es gibt aussagekräftige Sammlungen unter http://grabsteine.genealogy.net/ und http://www.findagrave.com.