Fotostrecke: Messe Touristik & Caravaning International, Leipzig 18.-22.11.2015

Messen, Märkte und Ausstellungen (ausdrücklich ausgenommen die Leipziger Buchmesse) werden mit den Jahren eintönig: Gleiche Aussteller, gleiche Standplätze, gleiche Personen. Gelegentlich gibt es neue interessante Motive und Gesprächspartner, wie dieses Jahr auf der Touristik & Caravaning – trotz deutlicher geschrumpfter Ausstellerzahl.

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Große Fotostrecke: „Wer ist diese Stadt?“ – Kunstfest Neustadt, Neustadt-Neuschönefeld 04.07.-12.07.2015

Neun Tage steht Neustadt-Neuschönefeld im Zeichen des Kunstfestes Neustadt. Das diesjährige Motto „Wer ist diese Stadt?“ hinterfragt Historie, Gemeinschaft und Zukunft, auch als kritische Interpretation des Stadtjubiläums. Hier sind meine fotografischen Eindrücke.

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Kultur, Kaffee und Kuscheln: Mit Begleitung Leipzig erleben

Sommer am Alten Rathaus und der barocken Alten Handelsbörse Leipzig. Foto: Detlef M. Plaisier

Sommer am Alten Rathaus und der barocken Alten Handelsbörse Leipzig. Foto: Detlef M. Plaisier

Leipzig lockt. Nicht nur Hipster und junge Kreative, die sich im Westen rund um den Karl-Heine-Boulevard und die Plagwitzer Künstlerlofts ansiedeln. Auch Familien mit Kindern finden in der heimlichen Hauptstadt Sachsens zunehmend ein Zuhause. Was in den Mainstream-Medien immer wieder mit den unangenehmen Begleitumständen einer Großstadt verbunden wird, interessiert dabei die Neu-Leipziger wenig: Für sie ist der Leipziger Osten das attraktivste Gebiet. Die Stadtteile Ortsteile Neustadt-Neuschönefeld, Volkmarsdorf, Anger-Crottendorf und Reudnitz-Thonberg liegen vorne in der Gunst. Viele, die einmal weggezogen waren, kommen zurück. Sogar wissenschaftliche Studien beschäftigen sich mit diesem Phänomen. Und die meinen nüchtern, Leipzig überzeuge „durch die Verknüpfung von Ausbildungs- und Arbeitsangeboten mit der Attraktivität der Stadt.“

Dass die Messe- und Buchstadt Leipzig die Residenzstadt Dresden in Einwohnerzahl und Attraktivität für Neubürger inzwischen abgehängt hat, registrieren die Stadtoberen und Bürger Leipzigs mit zufriedenem Schmunzeln. Das kommt dann auch mal bei einem Stadtrundgang durch. Dem Dresdner Stolz, der Frauenkirche, setzt Leipzig mit der Thomaskirche und der Nikolaikirche gleich zwei geschichtsträchtige Gotteshäuser entgegen. Zur Thomaskirche gehört untrennbar Johann Sebastian Bach, und ohne die mutigen Menschen rund um die Nikolaikirche gäbe es heute keine deutsche Einheit.

Mitbringsel aus Auerbachs Keller: Die Mephisto-Ente. Foto: Detlef M. Plaisier

Leipziger Mitbringsel aus Auerbachs Keller: Die Mephisto-Ente. Quelle: Auerbachs Keller

Die Weltoffenheit und Internationalität Leipzigs zeigen sich an jeder Ecke. 1015 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, seit 1497 mit dem Messeprivileg versehen – Leipzig überzeugt über die Jahrhunderte. Große Namen waren hier, Philosophen, Monarchen und Künstler. Der unerfahrene junge Goethe studierte und poussierte zwei Jahre in Leipzig und setzte Auerbachs Keller im Faust ein bleibendes literarisches Denkmal. Wer die Sehenswürdigkeiten Leipzigs kennenlernen möchte, bucht eine der thematischen Stadtführungen oder besteigt einen der Hop-On Hop-Off Rundfahrtbusse. Wenn Sie sich mit einem Trabi durch die Messestadt chauffieren lassen, bekommen Sie gleich noch eine Einführungslektion Sächsisch und erfahren, warum man in Leipzig „Gaffee“ und „Gaggau“ trinkt.

Und wer teilt meine Erlebnisse in Leipzig mit mir? Etwas Neues zu entdecken macht doch zu zweit viel mehr Spaß und birgt so manche Überraschung. Was kann es da Schöneres geben als die Begleitung einer unbeschwerten und gebildeten jungen Dame, die ebenso neugierig ist wie ich und es versteht, mir einen unvergesslichen Aufenthalt in Leipzig zu gestalten? Mit der Vorfreude auf gemeinsame prickelnde Stunden vergehen Geschäftstermine viel schneller. So manche Tür öffnet sich wie von Zauberhand durch das unwiderstehliche Lächeln einer charmanten Begleitung. Und nach dem Besuch einer Aufführung im Gewandhaus oder einem exklusiven Restaurantbesuch hoch über den Dächern von Leipzig ist der Abend noch nicht zuende…

Große Fotostrecke: Messetrio Haus Garten Freizeit mit Mitteldeutscher Handwerksmesse und Beach & Boat, Leipzig Febr. 2015

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Dreifach-Messe Haus Garten Freizeit mit Handwerksmesse und Beach & Boat, Leipzig Febr 2015. Foto Detlef M. Plaisier (197)

Touristik & Caravaning: Ronan Drury legt seine zehnte CD vor und sagt (fast) Goodbye

Freunde wissen, wo sie ihn finden: Die Stimme von Ronan Drury ist Anziehungspunkt der „Irish Corner“, dort wo Guinness und Kilkenny fließen. Gerade hat der Barde seine zehnte CD vorgelegt. Die letzte, wie er beteuert. Seine Fans sollten sich langsam auf einen Abschied vorbereiten.

Ronan Drury singt auf der Touristik & Caravaning 2014. Foto: Detlef M. Plaisier

Ronan Drury singt auf der Touristik & Caravaning 2014. Foto: Detlef M. Plaisier

Der Titel „Zugabe“ ist bewusst gewählt: Ronan Drury hat Klassiker eingespielt, aber auch Songs, die so noch nie auf seinen Auftritten zu hören waren. „Die zehnte CD ist eine Danksagung an alle Fans, die mich begleitet haben.“ Ronan Drury sagt es mit Stolz und auch einem Stück Wehmut. Die bewährte Zusammenarbeit der „Something“-Trilogie mit Alisa Keck (Flöte) und Gordana Kikic (Backing Vocals) setzt hörenswerte Akzente. Ronan Drury selbst überrascht durch eine ungetrübte, fast jugendliche Stimmfarbe. Highlight ist die mit Streichern abgemischte Version des Metallica-Klassikers „Nothing Else Matters“.

Ronan, bitte noch ein Jahr. Oder besser zwei.

Touristik & Caravaning: Fesche Taschen zum Radeln von feewerk

Einkaufstasche und Turnbeutel aus der Feenwerkstatt. Foto Detlef M. Plaisier

Einkaufstasche und Turnbeutel aus der Feenwerkstatt. Foto: Detlef M. Plaisier

Als Kind schaute Krisztina Oravecz ihrem Opa in seiner Messermacher-Werkstatt und ihrer Mutter, der Schneidermeisterin, über die Schulter. Ihr eigener Einsteig in die Welt des Kunsthandwerks waren ungarische Keramiken im Jugendstil. Davon ist heute nichts mehr übrig: Im Wohnatelier am Berliner Prenzlauer Berg stellt Krisztina weiche, fesche Taschen nach eigenem Schnitt her. Sie eignen sich hauptsächlich für den Fahrradlenker, sind aber auch als Turnbeutel und Einkaufstasche fürs Fahrrad zu haben. Hingucker sind alle Modelle.

„Alle Taschen auf dem Fahrrad haben mich gestört“, erzählt die Inhaberin des feewerk. Ihre eigenen Taschen sind nützlich und hübsch zugleich: Es passen nur die (für Frauen) wichtigsten Sachen wie Handy, Geldbeutel, Schlüssel und Taschentücher hinein. Die Tasche sitzt sicher in Griffweite am Fahrradlenker. Unterwegs wird die Tasche einfach auf der Schulter getragen.

Die Fee vom feewerk. Foto: Detlef M. Plaisier

Die Fee vom feewerk. Foto: Detlef M. Plaisier

Inzwischen gibt es eine große Stoffauswahl von plüschig bis romantisch. Wegen großer Nachfrage sind die Modelle auf Wunsch jetzt auch mit Magnetverschluss oder Druckknopf erhältlich. Weitere Produkte sind Gürteltaschen, die ebenfalls minimalistisch klein gehalten sind, Hosenspangen und Brillenetuis. „Fahr hübsch und praktisch!“ ist das einfache Motto von Krisztina Oravecz.

www.feewerk.com
http://de.dawanda.com/shop/feewerk

Jens Weißflog überrascht auf der Touristik & Caravaning: „Egon Krenz hat meine Karriere gerettet“

Der Lausbub. Foto: Detlef M. Plaisier

Der Lausbub. Foto: Detlef M. Plaisier

Der Floh vom Fichtelberg ist immer noch so hager wie vor 30 Jahren bei seinem ersten Olympiasieg (ja, so lange ist das schon her).  Er trotzte mit seinen sportlichen Erfolgen dem politischen Systemwechsel und bewundert noch heute die Fachkenntnis von Reporter-Legende Heinz Florian Oertel. Und er hat immer noch dieses lausbübische Lächeln: Jens Weißflog ist heute Hotelier in seiner Heimat Oberwiesenthal und vermarktet kulinarisch die Kraft von Brennnessel und Aronia. Beim Kaffeeklatsch auf der Bühne von MDR 1 RADIO SACHSEN plauderte er über seine ehemaligen sportlichen Konkurrenten, seine im August veröffentlichte Biografie und verriet, wem er eigentlich seine Karriere zu verdanken hat.

Jens Weißflog auf der Bühne von MDR 1 SACHSEN. Foto: Detlef M. Plaisier

Jens Weißflog bei MDR 1 RADIO SACHSEN. Foto: Detlef M. Plaisier

Und das überrascht: 1985 gründeten Skispringer nationenübergreifend eine Gewerkschaft, um ihre Interessen gegenüber Funktionären und Veranstaltern zu vertreten. Unglücklicherweise saß der US-Amerikaner Mike Holland auf dem Präsidentenstuhl, Jens Weißflog war sein Vize – eine in der DDR undenkbare Konstellation. Man überlegte, den jungen Weißflog aus dem Kader zu werfen. Egon Krenz gab in einer Präsidiumssitzung des Skiläuferverbandes der DDR zu bedenken, dass es doch Jens Weißflog sei, der die Medaillen hole. So konnte er weiter springen, sein Trainer wurde gesperrt, und Weißflog selbst wurde als Denkzettel die Jahresendprämie gestrichen. „Auch wenn die Gewerkschaft nie wirklich gearbeitet hat, so hätte ich fast nie eine Hymne auf dem Podium gehört“, schmunzelt Weißflog heute.

Dass er beide deutsche Hymnen auf dem Olympiapodest gehört hat, will Jens Weißflog nicht überbewerten. „Klar ist es etwas Besonderes, und es hat mit Gefühl zu tun. Aber die Politik spielt da nicht die große Rolle.“ Er habe immer an den Wettkampf gedacht, den er gerade hinter sich gebracht hatte.