Jubiläums-Katholikentag in Leipzig: „Seht, da ist der Mensch“ – welch wunderbares Motto! (mit Fotostrecke)

KT2016-Webbanner-300x250Dieses Jahr ist alles anders: Keine Bierbörse, kein Könneritzstraßenfest mit Wein bei edelrausch, kein „Zufällig Osten“ auf meinem Kiez und auch kein Finale der Champions League. Gibt es dafür einen guten Grund? Ja, gibt es: Leipzig feiert den 100. Katholikentag. Ich werde in der Takva Moschee essen. Ich werde in der Brodyer Synagoge erfahren, was im Judentum so anders ist. Ich werde an einer biblischen Zooführung teilnehmen. Ich bin gespannt auf ein marokkanisches Königszelt, und ich werde  Berlins Erzbischof Heiner Koch zuhören, wenn er Kindern vorliest. Vor allem freue ich mich auf Gespräche mit Unbekannten, mit Gästen unserer Stadt, mit Gläubigen, Engagierten und Visionären. Über alles werde ich hier berichten. Leipzig wird ein wunderbarer Gastgeber sein!

Ein Blick auf die katholische Diaspora in Ostdeutschland wirft die FAZ hier.
„Ausgerechnet Leipzig“ meint auch domradio.
Und die AfD ist nicht dabei – Klick hier

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Katholikentag 29.5.2016. Foto Sandra GräfensteinPünktlich zum Katholikentag hat mich eine Kehlkopfentzündung erwischt. Da ich am Samstag kommender Woche in Frankfurt im Finale eines Autorenwettbewerbes vortragen will, bleibt nur eins: Schonung – und das heißt: Vom Katholikentag gibt es keine Interviews, sondern nur eine Fotostrecke. Schade – aber ich bin überzeugt, dass ich die Fröhlichkeit und Farbigkeit des Glaubens auch so erleben und vermitteln kann.

Ich möchte dreimal Danke sagen:

Danke an Erzbischof Heiner Koch für die ermutigenden Worte.
Danke an den Tagesimpuls für den Chor der Schmidt-Schule aus Ost-Jerusalem.
Danke an Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz. Dein Weg zum Glauben hat mich bestärkt.

Fotos: Detlef M. Plaisier, Sandra Gräfenstein (1). Download für private Zwecke honorarfrei gestattet. Kommentare sind ausdrücklich erwünscht!

 

Bilanz und mein letzter politischer Kommentar: Silvester in Connewitz

Mit einer Allgemeinverfügung auf Grundlage des sächsischen Versammlungsgesetzes hat die Stadt Leipzig alle Aufzüge und veröffentlichen Versammlungen unter freiem Himmel in einem weiten Gebiet rund um das Connewitzer Kreuz untersagt. Grund sind, so eine Pressemitteilung der Stadt, die „unangezeigten“ Versammlungen der Vorjahre und deren Verlauf sowie die Lageeinschätzung der Polizeibehörden. Darüber hinaus wird auf zurückligende „organisierte Gewalt“ gegen die Polizei und staatliche Institutionen verwiesen. Das Verbot gilt vom 31. Dezember, 23 Uhr bis Freitag, 6 Uhr.

Das Netz reagiert prompt. Grundrechte würden außer Kraft gesetzt. Es entstehe der Eindruck, dass der Staat vor allen Dingen bereit sei, gegen vermeintlich linke Strukturen vorzugehen. Die „Law and Order Elite“ schicke sich an, zum Totengräber des Rechtsstaates zu werden. Auf der Seite linksunten.indymedia.org heißt es: Da Connewitz morgen mal wieder Gefahrengebiet ist, könnte mensch auch auf die Idee kommen am Südplatz (Südvorstadt) zu feiern. Am 12.12. zur Weinachtsfeier war`s da auch sehr nett ;-)“ (Fehler aus dem Original übernommen)

Ich habe lange im Netz gesucht. Ich habe keine deutliche Distanzierung von möglicher Gewaltbereitschaft gefunden, was besonders angesichts der kriminellen Zerstörungswut rund um die Karli am 12. Dezember bitter nötig wäre. So kann davon ausgegangen werden, dass die „Feiern“ am Kreuz dieses Jahr im Vergleich zu den Vorjahren noch weiter eskalieren. Warum sollten die kriminellen Elemente nicht auch diese Möglichkeit nutzen, ihren ungezügelten Hass auf den Staat zu manifestieren?

Ich habe angesichts dieser Prognose Verständnis dafür, die „Feiern“ zu untersagen. Dass ich im Netz für dieses Bekenntnis von einigen Menschen entfreundet wurde, unter anderem von Thomas „Kuno“ Kumbernuß (DIE PARTEI), bestätigt nur meine kritische Bilanz des fast abgelaufenen Jahres:

Ich habe mich, auch journalistisch, vor Karren spannen lassen, die nicht meine waren. Ich habe in der Konstellation dieser Stadt nichts mehr zu gewinnen. Und so gehe ich bald auf zu neuen Ufern, freue mich darauf und werde aus den Leipziger Fehlern lernen.

Mein Freund Heiko Arndt hat sein Jahr treffend zusammengefasst, wie es auch meins sein könnte:

Das Jahr 2015 war ein sehr bewegendes und aufregendes Jahr für mich. Ich lernte viele liebe neue Menschen kennen und habe mich von falschen Freunden verabschiedet.

Mach’s gut, Leipzig, du Schöne. Und achte auf deine Töchter und Söhne.

Bemerkenswerte Website: Kindereuthanasie in Leipzig

Ab sofort ist eine neue Internetseite zu Kindereuthanasie-Verbrechen in Leipzig online. Sie wurde von der Stadt Leipzig und dem Sächsischen Psychiatriemuseum gestaltet. Die Seite ist unter www.die-wiese-zittergras.de zu erreichen. Dort können zahlreiche weitere Schicksale in Leipzig getöteter Kinder nachgelesen werden. Außerdem werden Materialien und Dokumente zur Verfügung gestellt.

Die fortgesetzte Beschäftigung mit diesem Thema obliegt nun dem Sächsischen Psychiatriemuseum des Psychiatriebetroffenenvereins Durchblick e.V. in Leipzig. Das Museum betreut zukünftig die Internetseite und ist Ansprechpartner für Interessenten. Mit der Freischaltung der Website übergibt die Stadt Leipzig zugleich die Forschungsergebnisse, das sind historische Dokumente und andere Materialien, sowie eine Wanderausstellung zum Thema an das Sächsische Psychiatriemuseum.

Seit mehr als 15 Jahren bemüht sich die Stadt Leipzig um die Aufarbeitung der Kindereuthanasie-Verbrechen in Leipzig. Initiator dieses Vorhabens ist das Gesundheitsamt. Anlass für die aktuelle Freischaltung der Website – die mit Unterstützung des Landesprogrammes „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ und der LEIPZIGSTIFTUNG entstand – ist der 75. Jahrestag der Eröffnung der Kinderfachabteilung in der Heilanstalt Leipzig-Dösen im Oktober 1940. Die Homepage erinnert an die Hintergründe der nationalsozialistischen Verbrechen an behinderten Kindern. Allein in Leipzig-Dösen waren in dieser speziellen Abteilung mehr als 500 als lebensunwert angesehene Kinder getötet worden.

Fotostrecke: Kundgebung AfD und Gegendemo, Leipzig Bundesverwaltungsgericht 18. Nov 2015

Alle Fotos: Detlef M. Plaisier. Jede Verwendung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung!

Anmerkung auf Nachfrage: Anders als bei LEGIDA, wurden von den Teilnehmern nur die beiden abgebildeten Schilder und die Fahne „Islamists not welcome“ mitgeführt, dazu einige Deutschlandfahnen.

AfD und Gegendemo Leipzig 18.11.2015. Foto Detlef M. Plaisier (272)

Wie steht Schönefeld zu Flüchtlingen?

Seit dem 13. Oktober ist die rechtliche Zulässigkeit der Flüchtlingsunterkunft in der Stöckelstraße 62 endgültig gerichtlich bestätigt. In den Fenstern weist das Schild eines Sicherheitsdienstes darauf hin: Dies ist ein besonderes Haus. Wer genau hinschaut, sieht: Hier wohnen Kinder. Auf dem Asphalt der Zufahrt gibt es bunte Kreidezeichnungen.

Doch wie steht Schönefeld wirklich zu Flüchtlingen? Wie gespalten der Stadtteil ist, lässt sich auf wenigen Metern erkennen: Am Morgen fand ich an der beleuchteten Hausnummer meines Wohnhauses den Aufkleber „Refugees not welcome“. Im Haus befinden sich auch die Räume der Kleiderkammer Schönefeld. Im Nebenhaus, an gleicher Stelle, heißt es dagegen „Rechter Hetze widersetzen! LEGIDA? Läuft nicht!“.

Natürlich bleibt offen, ob die Aufkleber von Hausbewohnern angebracht wurden oder von herumziehenden Aktionsbrigaden. Positiv ist jedenfalls anzumerken, dass vor der Unterkunft in der Stöckelstraße 62 bislang keine Kundgebungen stattfanden, keine Propagandastände der NPD oder AfD auftauchten und das Haus auch von Schmierereien verschont blieb.

In der aktuellen Ausgabe des „Schönefelder Boten“ (November/Dezember 2015) findet Karsten Tran, Vorsitzender des Bürgervereins Schönefeld e.V., deutliche Worte:

„Heimat ist halt das Stück Sicherheit, die Konstante, die ich liebe. Für mich wäre es jedoch schwieriger, diese Aspekte der Heimatgefühle in einem fremden Land mit einer fremden Sprache zu empfinden… Bitte habt keine Angst, denn Heimat ist im Herzen; in Gefahr ist nur das, was hinter uns liegt, und das ist die Vergangenheit. Ich blicke in die Zukunft. Die Zukunft, in der wir die Verantwortung, aber auch die Früchte tragen. Für das, wie wir uns verhalten. Ich brauche nur ein Lächeln – das ist was mich glücklich macht. Ich brauche keine unterwürfigen Flüchtlinge und möchte erfahren, warum sich ein Mensch entschieden hat, das Land seiner Väter zu verlassen. Ich möchte helfen, diese Menschen zu begleiten, dass sie unsere Kultur verstehen, damit die Missverständnisse kleiner werden. Zudem möchte ich ihnen zeigen, wie wir uns Heimat vorstellen. Dazu braucht es Hilfe, denn wie soll jemand es wissen, der nur skeptisch beäugt oder missgünstig gemieden wird. Wir haben ein gemeinsames Schicksal, vor dem wir nicht weglaufen können – in welche Richtung wir auch immer laufen, irgendwann kommen wir am Ausgangspunkt wieder an. Wir leben alle in einer Welt.“

Für Samstag, den 12. Dezember, lädt die Willkommensinitiative zu einem Willkommensfest mit Musik in den Saal des Gesellschaftshauses Schönefeld, Ossietzkystr.1 ein. Beginn ist um 17 Uhr.

Alle Fotos: Detlef M. Plaisier [Dezember 2013 (1), November 2015 (3)]

Gedanken zum Gedenken: Der Schoß ist fruchtbar noch – auch in Leipzig

Gerd Eiltzer Stolpersteine 2Vor zehn Jahren, ja fünf Jahren war ein Gedenken an die Pogromnacht von 1938 würdevoll und ohne Angst möglich. Heute stehen in Rufweite zu Gedenkorten menschenfeindliche Horden, deren Gebaren und Parolen an die dunkelsten Zeiten Deutschlands erinnern.

Ich danke allen, die in öffentlichen Auftritten dieses unsägliche Klima inmitten der Gesellschaft nicht zugedeckt, sondern benannt haben. Es ist für mich unfassbar, dass wir Blumen an frisch geputzten Stolpersteinen niederlegen, während die AfD auf zehn Prozent Wählergunst steigt. Gunst? Rassisten gebührt keine Gunst, kein Verständnis, kein Gespräch, sondern nur eines: Ein Schulterschluss an Widerstand.

Fotos: Detlef M. Plaisier, Gerd Eiltzer (2)

Zum 9. November: Kein LEGIDA-Spaziergang – In der Adventszeit LEGIDA am Bayerischen Platz

Am Montag, 9. November, dem Tag der Progromnacht 1938, wird es keinen LEGIDA-Aufzug in der Innenstadt geben. Nach den üblichen Kooperationsgesprächen zwischen Versammlungsbehörde, Polizei und Anmeldern hat die Stadt als Versammlungsbehörde eine stationäre Kundgebung von 19 bis 21:30 Uhr auf dem Richard-Wagner-Platz genehmigt. LEGIDA hat dazu 1.000 Teilnehmer angemeldet.

Auch für die Veranstaltungen vom 30. November bis 21. Dezember wird LEGIDA laut Bescheid nicht in der Innenstadt, sondern rund um den Bayerischen Platz (Auftakt und Abschluss) demonstrieren. Weihnachtsgeschäft, Weihnachtsmarkt, Tourismus in der Weihnachtszeit und der stark frequentierte ÖPNV in diesen Wochen sollen möglichst unbeeinträchtigt bleiben.

A 009Weitere Versammlungsanmeldungen für Montag, 9. November 2015
• Gedenkaktion „Mahnwache und STOLPERSTEINE putzen“, ab 16 Uhr, ca. 100 Teilnehmer
• Kundgebung „Dem Rassismus den Platz nehmen“, 18 Uhr bis 22 Uhr, Hainspitze, ca. 200 Teilnehmer
• Kundgebung „Dem Rassismus den Platz nehmen“, Kleiner Willy-Brandt-Platz, 17:30 Uhr bis 19:30 Uhr, ca. 200 Teilnehmer
• Kundgebung „In Gedenken der Opfer totalitärer Regime“, 18 Uhr bis 21 Uhr, Runde Ecke, ca. 100 Teilnehmer
• Aufzug „Kerzenweg zu Gedenken an die Opfer des Novemberpogroms 1938“, 18 Uhr bis 18:30 Uhr, ca. 100 Teilnehmer
• Mahnwache unter dem Motto „Gedenken an alle Opfer des Naziregimes – Gegen die Aufteilung der Welt“, 17:30 Uhr bis 19 Uhr, Hauptbahnhof, Museumsbahnsteig 24, ca. 30 Teilnehmer
• Aufzug unter dem Motto „Montagsdemo – Weg mit den Hartz-Gesetzen! Für eine lebenswerte Zukunft weltweit!“, 18 Uhr bis 19:30 Uhr, circa 30 Teilnehmer
• Gedenkveranstaltung Reichspogromnacht Gottschedstraße, 18:30 Uhr bis 19 Uhr
• Gottesdienst zum Gedenken an den 09. November 1938 (Reichspogromnacht), Thomaskirche, ab 19 Uhr
• Aufzug unter dem Motto „9.11. Kein Montag wie jeder andere – Rechter Hetze widersetzen.“, 17 Uhr bis 21 Uhr, 1.000 Teilnehmer

NPD Leipzig fälscht Spendenaufruf einer Schulleiterin

Update 05.11.2015 II
Ich telefoniere noch einmal mit der Schulleiterin, Frau Hentschel. Sie bestätigt mir: „Ich habe diesen Text so nicht formuliert.“

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Update 05.11.2015
Auf meiner Mailbox findet sich gestern um 19:26 Uhr ein Anruf von einer „Ruth Schmidt“. Sie behauptet, der Text sei „definitiv nicht gefälscht“. Vielmehr hänge er „in diversen Kindergärten“ aus und sei auch den Eltern vor Ort gegeben worden. Weiter wörtlich:“ Ich frage mich, wieso Sie so eine Scheiße in die Welt setzen. Da kann man mal wieder sehen, was die Lügenpresse wirklich für einen Dünnschiss im Kopf hat.“

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Es lässt sich nicht vermeiden, beim Recherchieren auch mal auf der Seite des NPD-Kreisverbandes Leipzig vorbeizuschauen. Heute bin ich dort länger hängen geblieben. Abgebildet wird ein angeblicher „Brief“ von Heike Hentschel, Rektorin der 3. Schule – Grundschule der Stadt Leipzig in der Südvorstadt. Darin ruft sie die „lieben Eltern“ zu Sachspenden für syrische Flüchtlingskinder auf, die „am Montag hier um 8.30 Uhr“ in Empfang genommen werden sollen. Auffallend: Es fehlt der Briefkopf, der Text strotzt vor Rechtschreibfehlern. Die Betreiber der Seite kommentieren dazu:

12189734_817283741717631_5521195358227558610_n„Dieser Brief ist ein Schlag ins Gesicht für alle ALG2 Geschädigte. Die Eltern laufen Sturm gegen den aktuellen Infobrief der Rektorin und spielten uns das Bettelschreiben umgehend zu. Während Flüchtlinge, mal wieder, neben Ihrem Taschengeld alles andere geschenkt bekommen sollen, müssen ALG2 Geschädigte zusehen wie sie Ihren Kindern das benötigte Material kaufen können. Und nun werden diese auch noch belästigt und genötigt für fremde Interessen aufzukommen ? Wir freuen uns , daß die Eltern den Mut zum Widerstand haben und versuchen bei der Rektorin nachzufragen , ob sie diesen Brief im Vollbesitz ihrer kognitiven Fähigkeiten (man beachte allein die vielen Grammatik Fehler) verfasst hat. Auch sie wird verstehen müssen – das ist ‪#‎unserLand‬ !“

Der Post wurde am Abend des 03. November auf der Seite des NPD-Kreisverbandes Leipzig eingestellt und erweckt somit den Eindruck, es handele sich um einen aktuellen Vorgang. Der Hashtag #unserLand wurde bereits bei mehreren öffentlichen Aktionen der NPD verwendet, zuletzt bei der öffentlichen Ratssitzung der Stadt Leipzig vor dem Ratssaal am 28. Oktober.

Ein Anruf bei der Schulleiterin klärt die perfide Absicht der NPD auf. Ja, so eine Bitte um Unterstützung habe es gegeben, bestätigt Heike Hentschel. Der Text sei inhaltlich richtig wiedergegeben – allerdings nicht in dieser haarsträubend fehlerhaften Form und auch nicht, wie von der NPD behauptet, als Brief, sondern als interne E-Mail an die gewählten Elternvertreter, was auch den fehlenden Briefkopf erklärt. Der Text stamme vom 22. Oktober, nachdem sie als Schulleiterin mit den Eltern der Flüchtlingskinder Beratungsgespräche geführt hatte. Die Bitte um Sachspenden sei auch keine Überraschung oder Überrumpelung gewesen, sondern war bereits Anfang September mit den Elternvertetern abgesprochen. Ebensowenig gebe es, wie von der NPD behauptet, „Widerstand“ aus der Elternschaft. Vielmehr habe es im Gegenteil Anfragen gegeben, wie gezielt geholfen werden könne. Bereits am ersten Tag seien so viele Spenden abgegeben worden, dass der Bedarf voll gedeckt werden konnte. Auch aktuell würde nichts benötigt.

Die dienstvorgesetzte Stelle hat inzwischen rechtliche Schritte gegen die NPD eingeleitet.

9. November: Leipzig gedenkt der Opfer der Pogromnacht – wo darf LEGIDA spazieren?

Vor 77 Jahren, in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938, wurden überall in Deutschland jüdische Mitbürger verschleppt, ihre Geschäfte und Gemeindeeinrichtungen wurden demoliert und ausgeplündert. In den frühen Morgenstunden des 10. November wurde in Leipzig die große Synagoge der Jüdischen Gemeinde an der Gottsched-/Ecke Zentralstraße, die am 10. September 1855 eingeweiht worden war, in Brand gesteckt. Eine ganze Reihe von Veranstaltungen erinnert auch in diesem Jahr an die Reichspogromnacht.

A 001Ab 16 Uhr werden Stolpersteine in Leipzig geputzt, Mahnwachen erinnern an die Opfer des Holocaust. Gemeinsam mit dem Schirmherrn dieser Aktion, Prof. Cornelius Weiss, wird Oberbürgermeister Burkhard Jung um 16 Uhr am Stolperstein Dittrichring 13 an das Schicksal der Familie Frankenthal erinnern.  Nach dem Friedensgebet (17 Uhr in der Nikolaikirche) führt ein Kerzenweg zur Gedenkstätte Gottschedstraße. Am Ort der zerstörten Synagoge findet ab ca. 18:30 Uhr die zentrale Gedenkveranstaltung der Stadt Leipzig statt. Oberbürgermeister Burkhard Jung, Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, und Prof. Cornelius Weiss, Schirmherr der Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine putzen“, werden in Ansprachen an die Geschehnisse und Opfer erinnern. Nach dem Kaddisch-Gebet, das Gemeinderabbiner Zsolt Balla hält, folgen eine Kranzniederlegung und eine Schweigeminute. An die Gedenkveranstaltung schließt sich um 19 Uhr ein Gottesdienst in der Thomaskirche mit Prof. Axel Denecke (Hannover) und dem Leipziger Synagogalchor unter Leitung von Ludwig Böhme an.

Offen ist noch, wo LEGIDA am 9. November auftreten darf. Ein komplettes Verbot von Kundgebung und „Spaziergang“ wie in München sei nicht geplant, teilte die Stadtverwaltung als Versammlungsbehörde auf telefonische Anfrage mit. In München wurde die Veranstaltung des islam- und fremdenfeindlichen Bündnisses PEGIDA für den 9. November verboten und auf den 10. November verlegt. Die zeitliche Verlegung um einen Tag sei geboten, so das Kreisverwaltungsreferat München zur Begründung, um in Erinnerung an die Pogromnacht 1938 „die Würde der Opfer zu schützen“. In Leipzig werde es dagegen den üblichen Ablauf von Koordinationsgesprächen geben. Eine Entscheidung über die genaue Route werde frühestens am Freitag fallen.

Das zivilgesellschaftliche Netzwerk „Leipzig nimmt Platz“ wird am 9. November einen Schwerpunkt zum Thema 1938 setzen. Jürgen Kasek teilte auf Anfrage mit, in Planung sei eine Gedenkstunde an der Runden Ecke, um an die Ermordung durch Freikorps zu erinnern.

Wie die LEGIDA-Route auch ausfällt: Es darf von OB Jung erwartet werden, den Gedenkort der zerstörten Synagoge besonders schützen zu lassen.

Foto: Detlef M. Plaisier

Free Download: Willkommens-ABC für Flüchtlinge

Quelle: www.willkommensabc.de

Quelle: www.willkommensabc.de

Welcome to Germany! Oder wie schon der Philosoph Ludwig Wittgenstein sagte: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ Die eigenen Grenzen und die Grenzen anderer zu erweitern, ist ganz leicht. Genauer gesagt: Das Ziel ist nur einen Klick entfernt. 

In einem zunächst fremden Land sich nicht nur die Sitten und Gebräuche fremd. Besonders die Spreche ist ein Hindernis zur Integration. Das „Willkommens-ABC“ ist ein Bildwörterbuch, das Flüchtlingen einfach und schnell einen ersten Zugang zur deutschen Sprache bieten soll. Es enthält über 150 relevante Begriffe der Alltagssprache in Deutsch und Englisch.

Das Willkommens-ABC steht kostenlos als pdf zum Ausdrucken sowie als eBook und App zur Verfügung für Smartphone oder Tablet zur Verfügung. Der Inhalt wurde von 26 renommierten Illustratoren aus dem Haus arsEdition honorarfrei gestaltet. Das ABC kann von jedem benutzt und geteilt werden. Kommerzielle Nutzung ist allerdings ausgeschlossen.

Also: Ausdrucken oder runterladen und schon ist eine einfache Willkommens-Brücke gebaut!