Südtiroler Genuss zu Gast in Leipzig: Vokabeltraining unter Freunden mit Marende, Orzotto und Weirouge

So sehen die Menschen hinter den Südtiroler Produkten aus.

So sehen die Menschen hinter den Südtiroler Produkten aus.

Das Südtiroler Genuss-ABC hört beim Buchstaben M auf Marende. Die fleißigen einheimischen Helfer bei der Weinlese schätzen die deftige-delikate Zusammenstellung schmackhafter Spezialitäten ebenso wie Besucher Südtirols. Marende ist jedoch mehr als bloße Verköstigung in geselliger Runde: Sie ist Spiegel der reichen Südtiroler Kultur.

Die Käsestation beim Südtiroler Marende-Dating. Foto: Detlef M. Plaisier

Die Käsestation beim Südtiroler Marende-Dating. Foto: Detlef M. Plaisier

Was das genau bedeutet, durfte ich bei einem „Marende-Dating“ erkosten. Mit der Einladung fühlte ich mich an ein Speed-Dating einsamer Herzen erinnert – und ein bißchen kam es dann auch so: Jeder der handverlesenen Teilnehmer erhielt am Eingang ein Kärtchen, nummeriert von 1 bis 4. Was meine 1 wohl zu bedeuten hat? Doch zuerst ein Begrüßungs-Aperitiv:  Sekt Brut von der Kellerei Arunda in Mölten, nach klassischer Methode handgerüttelt,  und herrlich säuerlich-erfrischender Weirouge Apfelsaft vom Kandlwaalhof der Vinschgauer Familie Luggin waren Auftakt einer außergewöhnlichen Produktpräsentation. Und da war es schon, das Dating-Feeling:

Mein Kärtchen #1 führte mich zur ersten von vier Stationen mit Südtiroler Qualitätsprodukten. Auf Speck folgten Äpfel, Käse und Brot. Datingzeit: jeweils 15 Minuten. Ich habe in dieser kurzen Zeit ein Gefühl dafür entwickelt, welche Menschen hinter den Produkten stehen. Nicht smarte Marketingexperten, sondern engagierte Erzeuger mit Herz beantworten meine Fragen und reichen Kostproben. Jetzt weiß ich, dass Südtiroler Speck allein durch die Schnitttechnik verschiedene Geschmacksnuancen entwickelt, dass Gala und Golden Delicious sich am besten für Apfelstrudel eignen, dass ich doch Pfefferkäse mag und noch so viel mehr. Als Schmankerl verwöhnt uns die Küche an den Stationen mit abgestimmtem Fingerfood zu den Produkten. Ich hatte mir so fest vorgenommen, die Rezepte für die gebackene Praline vom Pulstertaler Käse mit angebratenem Lauchmantel und für die Speckmousse zu erfragen…

Menuvorbereitungen, im Vordergrund die Speckmousse im Speckmantel. Foto: Detlef M. Plaisier

Menuvorbereitung, im Vordergrund die Südtiroler Speckmousse im Speckmantel. Foto: Detlef M. Plaisier

Und es gab einen Star des Abends (auch wenn ihn das verlegen macht): Koch Anton Dalvai vom Dorfnerhof in Montan. Produkte vom Feld und aus eigener Tierhaltung inspirieren Anton Dalvai im Gasthof zu deftig-raffinierten Kreationen. Den Teilnehmern des Marende-Datings servierte er nach dem Fingerfood weitere drei Gänge seiner Kunst. Herausragend: Speckorzotto mit Almkäse und angebratenen Apfelwürfeln sowie der Apfelstrudel mit Gewürztraminer-Eis zum Dessert. Orzotto? Ist Rollgerste, die wie ein Risotto gekocht wird. Bei den begleitenden Weinen überzeugten mich besonders das ausgewogene Säurespiel und die anhaltende Fruchtigkeit des Sauvignon Prail der Kellerei Schreckbichl.

Ich danke der Export Organisation Südtirol EOS, der Italienischen Agentur für Außenhandel ICE und allen Mitwirkenden vor Ort. Das Südtiroler Genusspaket zum Abschied werde ich mit Freunden teilen. Ja, es war ein Abend unter Freunden. Ich würde ihn gern wiederholen – vielleicht zur Bozner Weinkost oder zum Genussfestival Südtirol in der Bozener Altstadt im Mai 2015?

Verkostungsnotiz: Zwei weiße Sommerweine aus Franken und Slowenien bei edelrausch

Zu Beginn und mittendrin und zum Abschluss: Beim Könneritzstraßenfest war die Vinothek edelrausch mein fester Anlaufpunkt. Nun ist es hohe Zeit, mir dort von Jörg Mohr zwei Sommerweine empfehlen zu lassen.

NachschlagWir öffnen „Nachschlag“, die erste Weißweincuvée von Winzer Christian Stahl aus dem fränkischen Auernhofen. Klar identifizierbare Frucht und Mineralität sind die Leitbilder der Weine vom Hof Stahl. „Nachschlag“ aus 80 % Scheurebe und 20 % Riesling löst dieses Versprechen ein. Zunächst duften Ananas und Zitrus, dann überzeugt mich die Leichtigkeit des gewünschten unkomplizierten Terrassenweins gepaart mit einer überraschenden Saftigkeit. Zum Schluss rutscht noch eine kräftige, angenehme Säure hinterher. Bei 8 bis 10 Grad zu trinken, empfiehlt Jörg Mohr zu dieser Entdeckung einen Frischkäse als Begleiter. (6,95 Euro /0,75 l)

GomilaEinen kräftigeren Happen verträgt der weiße Slowene. Zu „Gomila“, einem Furmint Exclusive 2012 vom Weingut Puklavec mit kräftigen 13 % Alkoholgehalt, passen Meerestiere, Pasta mit Käsesauce und auch ein Raclette oder Käsefondue – kein Alltagswein, aber durchaus sommertauglich. Furmint als autoktone Rebsorte wird in der Gegend von Jeruzalem im Nordosten Sloweniens unter Genossenschaftsbedingungen gelesen. Der kleine Ort in Sichtweite der österreichischen Steiermark hat nicht mal 100 Einwohner und lockt Touristen mit Weinbergen und deftiger Kost. Der erste Eindruck des Furmint: Charaktervoll, aber gewöhnungsbedürftig. Zum frischen Pfirsichduft mit flüchtigen Kräutern gesellen sich deutliche Mineralität, dezente Salzigkeit und eine richtig knackige Säure. Ja, das macht Spaß, will aber mit Bedacht getrunken werden.  (8,70 Euro / 0,75 l)

Zu den anderen slowenischen Weinen von Puklavec wird es hier demnächst eine weitere Verkostungsnotiz geben.

edelrausch, Könneritzstraße 61, 04229 Leipzig
www.edelrausch.de

Fotomaterial der Weine: Edelrausch GmbH – Danke!

Test: Gebackenes Müsli in Handarbeit – Flapjacks von HAFERVOLL als gesunde Alternative

Produktfoto HAFERVOLL: Flapjack Mandel-Rosine

Produktfoto HAFERVOLL: Flapjack Mandel-Rosine

Es muss verdammt nochmal doch wohl möglich sein, die Zutaten einer frischen naturgesunden Schale Müsli in einen Riegel zu packen. Dieser verzweifelte Wunsch wurde schon tausendfach ausgesprochen. Abhilfe versprechen jetzt die Riegel von HAFERVOLL. Die heißen nicht mehr Müsliriegel, sondern Flapjack, angelehnt an eine ehrwürdige britische Tradition. Auf der Insel werden die Riegel nicht gepresst, sondern gebacken. Ein guter Anfang, dachten sich Philip Kahnis und Robert Kronekker, und legten weitere Kriterien für ihre Geschäftsidee fest: Handarbeit sollte es sein, dazu laktosefrei und ohne künstliche Aromen, Farbstoffe, Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel, Bienenhonig statt Industriezucker – kurz gesagt: kein Schnick-Schnack, keine falsche Versprechen, einfach nur lecker, geil und mit ganz viel Liebe.  Die Müslibäcker in spe gründeten ein Startup, begeisterten  Gleichdenkende mit erfolgreichem Crowdfunding für die ersten 10.000 Riegel und holten sich Rat bei drei erfahrenen Business Angels. Nach monatelangen unglaublichen 317 Küchenversuchen quer durch Europa werden jetzt vier Geschmacksrichtungen angeboten, die in einer Großbäckerei nach den vorgegebenen Kriterien in Handarbeit produziert werden – „und wir trauen uns noch mehr“, versprechen die beiden Gründer . Zum Online-Angebot kommen jetzt nach und nach Verkaufsstellen im Lebensmittel-Einzelhandel und bei Sporthändlern.

Gut gelaunt mit Flapjacks: Eva (links) und Sandra beim Test. Foto: Detlef M. Plaisier

Gut gelaunt mit Flapjacks: Eva (links) und Sandra beim Test. Foto: Detlef M. Plaisier

Ein Müsli für die Hosentasche also als Unikat, geeignet als Frühstück, Brainfood oder sportlicher Energiekick. Aber schmeckt das auch? Versorgt mit einem großzügigen Testpaket, unterstützten mich Sandra und Eva beim Geschmackstest. Während sich Eva vegetarisch ernährt und (fast) täglich den Fitness-Schweinehund überwindet, gibt Sandra schon gerne mal ein gutes Stück Butter an die Rezepte der Oma. Beste Voraussetzungen also für ein breites Meinungsbild.

Bewertet wurden Aussehen, Geruch und Geschmack von jeweils o bis 5 Punkten. Klarer Testsieger wurde die Geschmacksrichtung Kakao-Haselnuss mit 36 von 45 möglichen Punkten. Während das Aussehen unterschiedlich bewertet wurde, waren Geruch und Geschmack tadellos. Augen zu: Ja, das ist ein Schokokuchen aus dem Ofen. Hier wird das Versprechen eines „kleinen saftigen Müslikuchens“ eingelöst. Ganz am Ende der Skala mit unterirdischen 9 Punkten von drei Testern platzierte sich Mandel-Rosine. Als Höchstwertung wurden hier 2 Punkte vergeben. Dieser Riegel staubt, von Saftigkeit keine Spur. Silber geht an das fruchtig-knackige Cashew-Cranberry mit 26 Punkten. Auf dem dritten Platz liegt Mohn-Aprikose mit 19 Punkten. Hier ist der Mohnanteil im Vergleich zur Frucht zu dominant. Die deutlichsten Abstriche gab es beim Geruch: Außer beim Testsieger vergaben die Tester für die anderen Sorten in dieser Wertung höchstens zwei Punkte. Zu sehr erinnert der Geruch an die verarbeitete Rohmasse. Hier sollte deutlich nachgebessert werden.

Um den vergleichsweise hohen Grundpreis von rund drei Euro pro 100 Gramm zu rechtfertigen, empfehlen wir die Alleinstellungsmerkmale der Handproduktion und des Backens statt Pressens noch stärker herauszustellen. Auch eine BIO-Variante wäre erwägenswert. Beim Öffnen der Verpackung rieseln bei allen vier Produkten zu viele Krümel heraus. Auch dies lässt sich sicher lösen.

Rechtlich notwendiger Hinweis: Die getesteten Produkte wurden vom Hersteller gesponsort.

Testbesuch: Hotel ibis Bochum Zentrum – Lange Schatten

IBISIch treffe an einem Mittwoch gegen 12 Uhr mittags im Hotel ibis Bochum Zentrum ein. Check in ist laut Website offiziell ab 15 Uhr. Man hatte mir vorab telefonisch zugesagt, nach Möglichkeit schon ein Nichtraucherzimmer herzurichten. Zur Wahl stand auch das Hotel ibis Hauptbahnhof. Bewertungen beider Häuser hatten mich veranlasst, ein paar Schritte mehr zu gehen.

Gleich bei Anmeldung an der Rezeption wird kassiert. Ich zahle 64 Euro für die Übernachtung einschließlich Frühstücksbuffet plus 12 Euro für ein Business Package. Dies umfasst kostenloses Premium Wi-Fi ohne Bandbreitenlimitierung für bis zu drei Geräte. Dazu wird an der Rezeption ein Zugangscode ausgegeben, was in der Praxis später einwandfrei funktioniert. Auf Nachfrage erhalte ich einen Stadtplan und die Wegbeschreibung zum Bergbaumuseum, dazu einen Tipp für meinen  Sushiwunsch am Abend. Danke, lecker war’s!

Ich lande in der sechsten Etage, darüber liegen nur noch die Suiten. Meine verfrühte Ankunft wurde innerhalb des Hauses nicht kommuniziert: Kurz nach 13 Uhr stolpert eine Angestellte des Hauses mit Schlüsselkarte in mein Zimmer und entschuldigt sich stotternd. Das Zimmer ist rauchfrei, kein kalter Rauch im Raum oder in Möbeln und Gardinen. Es ist auch in den kritischen Ecken sauber und staubfrei. Das Doppelbett (160 x 190 cm) mit durchgehender Decke und Lampen an beiden Seiten wird von ibis beworben mit dem neuen Schlafkomfort-Konzept „Sweet Bed“. Die relativ harte Matratze kommt meinen Schlafgewohnheiten entgegen. Zum Flatscreen mit großer Programmauswahl liegt eine aktuelle Programmzeitschrift aus.

Beklemmende Enge: Das Badezimmer im Hotel ibis Bochum Zentrum. Foto: Detlef M. Plaisier

Beklemmende Enge: Das Badezimmer im Hotel ibis Bochum Zentrum. Foto: Detlef M. Plaisier

Die Schattenseiten: Eine Kofferablage fehlt. Es gibt keinen abgeschlossenen Schrank, die Kleidung wird in offenen engen Fächern verstaut.  Die Schuhe werden direkt unter dem Fernseher abgestellt. Die größte Zumutung ist das Badezimmer: ibis muss den Begriff Nass“zelle“ erfunden haben. Mit 196 cm Körpergröße kann ich nicht gerade auf der Toilette sitzen und nur mühsam mit Verrenkungen wieder aufstehen. Beuge ich mich über das Waschbecken, muss ich die Badezimmertür geöffnet lassen. Zu diesem Zimmerpreis ist das selbst für eine Nacht nicht akzeptabel.

Ich erwache durch Lärm auf dem Flur. Menschen laufen umher, ich höre Anweisungen und Funkgeräte. Anruf bei der Rezeption: Was ist da los? „Im Zimmer gegenüber hat ein Mann Probleme und hat versucht, sich etwas anzutun. Die Polizei hat alles im Griff.“ Mag sein, aber ich möchte morgen ausgeruht in mein Meeting gehen. „Sie können gern in ein anderes Zimmer umziehen.“ Kann ich nicht. Der Notarzt hindert mich, mein Zimmer zu verlassen und fordert mich auf, die Tür geschlossen zu halten. Gegen 23:45 Uhr verlassen die letzten Einsatzkräfte den Etagenflur.

Nach morgendlicher Improvisation im Badezimmer versöhnt mich ein wenig das Frühstücksbuffet. Da gibt’s nur wenige Abzüge: Es wird rechtzeitig nachgelegt und abgeräumt. Allerdings taugte das Frühstücksei zum Golfball, und der Kaffeebecher wird automatisch so randvoll gefüllt, dass erst später Milch nachgegossen werden kann. Sehr erfreulich sind die Marmeladenauswahl, der gekühlte Quark und der frische bunte Obstsalat.

Das Auschecken verläuft schnell, ich erhalte eine vorläufige Mitgliedskarte für den Club der Accor Hotels. Ich bezweifele allerdings, dass ich die Vorteile nutzen werde.  Die Enge des Badezimmers vermiest mir einen entspannten Start in den Tag.

Im Test: Münchner Kindl Senf & Sauce

Logo Raclette Grill

Nach sechs Wochen des neuen Jahres wird es Zeit, zusammen mit Freunden noch einmal auf das alte Jahr zurückzublicken und sich für das laufende Jahr ganz viel Tolles vorzunehmen. Ich finde, das geht am besten bei einem Spieleabend, begleitet von einem gemeinsamen Raclette ohne Zeitdruck. Zugegeben: Wir haben noch ein altes DDR-Modell, und ich habe mir auf raclette-grill.net auch schon ein neues Set ausgesucht. Aber der Gemütlichkeit tut das keinen Abbruch.

Münchner-Kindl-Senf_320x260-250x203Probiert wurde, was gefiel. Auf dem Tisch standen:

  • Münchner Kindl Feigensenf
  • Münchner Kindl Maulbeersenf
  • Münchner Kindl Senf-Dill-Sauce
  • Münchner Kindl Dirty Harry Sweet Asia Sauce
  • Mühlenhof Original Nürnberger Rostbratwürste, vorgebrüht
  • Jean Luc Raclette Käse in Scheiben (Netto)
  • Lutz Toast- und Sandwich-Schinken
  • Vespermett, gewürzt und gepökelt (Penny)
  • Beste Ernte Sonnenmais in der Dose (Netto)
  • frische Cocktailtomaten, frische rote Paprika in Streifen
  • dazu passt ein naturtrübes Hefe-Weißbier von Paulaner

Mein klarer Favorit war der Feigensenf, gefolgt von der Senf-Dill-Sauce. Beide sind voll von Aromen und auch als Brotaufstrich geeignet. Der Feigensenf bewährte sich besonders zur Kombination von gewürztem Mett mit Raclettekäse. Auch bei der vegetarischen Variante mit Paprika, Mais, Cocktailtomaten und Käse lag der überragend fruchtige Feigensenf vorne. Die Senf-Dill-Sauce gefiel mir am besten zur schlichten Kombination von Schinekn mit Käse. Dem Maulbeersenf konnte ich nicht viel abgewinnen, war doch der geschmackliche Unterschied zum Feigensenf nur gering. Enttäuschung dann bei der Dirty Harry Sauce: Sie unterscheidet sich nicht von den handelsüblichen Asiasaucen bei meinem Vietnamesen um die Ecke.  Beim nächsten Raclette werde ich die Dirty Harry Hot Curry Sauce probieren, die zu Currywurst und Curry-Gemüse-Gerichten empfohlen wird.

Hier, im Osten Deutschlands, sind Produkte von Münchner Kindl nur schwer zu bekommen. Dafür gibt es den Onlineshop. Besonders neugierig bin ich noch auf den Bärlauchsenf. Also: Auf bald, Freunde!

Rechtlich notwendiger Hinweis: Die Münchner Kindl-Produkte wurden von raclette-grill.net gesponsort.

Im Test: Die dm Leckerbissen-Box „Fernöstliche Schätze“ von Alnatura

dm Drogerie MarktMeine zweite dm Leckerbissen-Box im Test enthält „fernöstliche Schätze und exotische Bio-Köstlichkeiten“, so die Ankündigung. Alle Alnatura Erzeugnisse stammen wieder aus kontrolliert biologischem Anbau. Der Verkaufspreis der Produkte beträgt diesmal 16,25 Euro. Enthalten sind:

  • Ghee, 180g (VK: 3,95 Euro)
  • Rote Thai Curry-Paste, 135g (VK: 2,45 Euro)
  • Indisches Curry, 325ml (VK: 2,45 Euro)
  • Süss-Saure Sauce, 325ml (VK: 1,95 Euro)
  • Wok-Nudeln ohne Vorkochen, 250g (VK: 1,25 Euro)
  • Basmati Reis weiss, 500g (VK:2,25 Euro)
  • Chai Tee, 20 Aufgussbeutel à 2g (VK: 1,95 Euro)

Begleitet werden die Testprodukte von

  • 8 Tranchen Hähnchen-Innenfilet (350g, Netto, TK)
  • Milch 3,5%
  • weißem Kandis

Bei zehn Zentimeter Neuschnee gibt’s erstmal einen Tee: Der Chai wird nur mit sprudelndem Wasser aufgebrüht (Achtung, mindestens sieben Minuten ziehen lassen!) und leicht mit weißem Kandis (Kluntje) gesüßt. Schon der Geruch unterscheidet sich erheblich vom Sweet Thai aus dem ersten Testpaket. Auch geschmacklich ist diese Variante um Längen vorne. Abwandlungen: einfach heiße Milch zugeben oder wie Chai Latte zubereiten (1/3 heiße Milch in ein Glas geben, Tee dazu und eine Haube aufgeschäumte Milch obendrauf). Ein guter Start!

Das Ghee aus Bioland Butter, nach traditionellem ayurvedischem Siedeverfahren hergestellt, ist sehr sparsam in der Anwendung und verströmt schon beim Braten einen angenehmen nussigen Duft. Das Fleisch nimmt diesen Geschmack an.

Und jetzt wird über Kreuz probiert: Wok-Nudeln und Reis mit chinesischer Sauce und indischem Curry. Alle Zutaten sind mit Abstrichen untereinander kombinierbar. Die indische Variante mit perfekt sämiger Konsistenz macht jedem indischen Restaurant Ehre, während mir in süß-sauer das Tomatenmark einen zu hohen Anteil hat und auch etwas unangenehm riecht.  Achtung bei den Wok-Nudeln: Nie allein in Wasser kochen, das pappt und ist ungenießbar. Wie bei Wokgerichten üblich, sollten die Nudeln mit Brühe oder Wasser immer direkt zu den anderen Zutaten gegeben werden.

Die Curry-Paste werde ich später verkosten. Insgesamt hat mich die zweite Box noch einen Tick mehr überzeugt als die Premiere. Daumen hoch und weiter so!

Rechtlich notwendiger Hinweis: Die dm Leckerbissen-Box wurde nicht vom Hersteller gesponsort, sondern vom Autor bezahlt.

Im Test: Die dm Leckerbissen-Box zum Frühstück von Alnatura

dm-LeckerbissenAuch der Drogeriemarkt dm hat die Werbestrategie erkannt, mit einer Box ausgesuchter Produkte zu einem radikal reduzierten Preis neue Kunden zu gewinnen. Nach der Anmeldung wird die Box dann monatlich in einen ausgewählten dm-Markt zur Selbstabholung geliefert. Das Packerl kostet fünf Euro. Es enthält ausschließlich original Alnatura-Produkte, die dm schon seit 1886 im Sortiment führt. Alle Alnatura-Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs stammen aus Bio-Anbau, viele tragen die Siegel von Demeter, Bioland oder Naturland. Grund genug für mich, zu meinen Geburtstags-Frühstück die erste Box mit Frühstücksprodukten zu testen.

Erste Überraschung: Dem Preis der Box von fünf Euro steht ein Verkaufspreis im Markt von beachtlichen 17,45  Euro gegenüber. Dies ist ein deutlich besseres Verhältnis als beispielsweise bei brandnooz, wo in der Monatsbox für 9,99 Euro bei freiem Versand Produkte für etwa 15 Euro Verkaufswert enthalten sind.

Die dm-Box enthält:

  • Sélection Fruchtaufstrich Mango Marille, 200g (VK: 2,25 Euro)
  • Schoko-Nuss Creme, 250g (VK: 2,95 Euro)
  • Streichcreme Rote Bete-Meerrettisch, 50g (VK: 0,85 Euro)
  • Pastete Paprika-Chili, 50g (VK: 0,75 Euro)
  • Vielblütenhonig im Glas, 50g (VK: 0,85 Euro)
  • Hafer Crunchy Schoko, 375g (VK: 1,95 Euro)
  • Beeren Müsli, 750g (VK: 3,45 Euro)
  • Frühstückssaft, 0,75l (VK: 1,95 Euro)
  • Tee-Auswahl, 5×4 Aufgussbeutel 36g (VK: 2,45 Euro)

Begleitet werden die Testprodukte von

  • Weihenstephan Frischer Alpenmilch 1,5%
  • Weihenstephan Frischer Joghurt mild 0,1%
  • Müller Reine Buttermilch
  • frischem Sonntagsweißbrot vom Bäcker
  • Sonntagsbrötchen zum Aufbacken (Belbake von Lidl)
  • Arla Kærgarden mild gesalzen

Los geht’s mit dem Beerenmüsli. Der Geruch eröffnet beim Öffnen an Köllnflocken. Farbliche Akzente setzen die gefriergetrockneten roten Beeren. Die erzeugen dann auch nach kurzem Einwirken der Milch einen angenehmen leicht säuerlichen Fruchtgeschmack. Die Hafervollkornflocken verlieren leider schon nach kurzer Zeit Biss und Knackigkeit. Insgesamt aber ein runder Genuss, anders als der Hafer Crunchy: Mit Milch bleibt der Geschmack trotz Schokostückchen einfach fade, die saure Komponente des Joghurts geht dagegen eine angenehme Verbindung ein. Der Kokos schmeckt etwas vor, ist aber nicht unangenehm.

Mal nachspülen: Der Frühstückssaft mit extra Innenverschluss (muss das immer sein?) riecht mir zu sehr nach Karotte; ein Grund, warum ich die meisten Säfte dieser Art und auch Multivitaminsäfte stehenlasse. Der exotische Mix mit Maracuja-Direktsaft und Mangomark ohne Zuckerzusatz unterscheidet sich nicht von anderen mir bekannten Produkten und ist mir schlicht zu süß. Kleine Pause: Ich habe noch ein paar Orangen für einen frischen Saft.

Dann streichen wir mal: Der Mango Marille Aufstrich mit püreeartiger Konsistenz ist eine pralle Fruchtbombe. Mag ja merkwürdig klingen, aber mit leicht gesalzener Kærgarden darunter ist es ein Hochgenuss. Wem 70% Fruchtanteil zu heftig sind, sollte den Aufstrich mit Joghurt verrühren. Ein glatter Ausfall sind für mich Streichcreme und Pastete. Die grellpinke Rote Bete-Meerrettichcreme ist extrem meerrettichlastig, die Paprika-Chili-Pastete ist geschmacklich viel zu konzentriert und erinnert an eine Dönersauce. Die beiden bleiben wohl eher etwas für bekennende Vegetarier.

Ob es wohl Honig und Schoko-Nuss Creme rausreißen? Tun sie! Der dickflüssige Honig ist sanft und lang anhaltend im Geschmack. So soll Honig riechen und schmecken (Sorry, Fleißiges Langnese Bienchen!) Die Alnatura Schoko-Nuss Creme beweist, dass Nutella eben nicht der Gipfel des Genusses ist. 45% Anteil an gerösteten Haselnüssen und eine Spur Bourbonvanille bringen die Creme noch vor meinem Favoriten Nusspli ins Ziel.

Bleibt der Tee – leider kein versöhnlicher Abschluss. Ohne Gentechnik und in einer Werkstatt für behinderte Menschen abgepackt – prima Sache. Ob nun Guten Morgen Tee, Wohlfühl Tee oder  Glücks Tee: es ist nun mal schwer, einem überzeugten Ostfriesen etwas anderes nahezubringen als Schwarztee mit Kluntjes und Sahne. Und auch der Sweet Chai Tee erinnert nicht entfernt an den Chai beim Inder.

Doch ich bin überzeugt, dass die Produkte, die nicht meinem Geschmack entsprachen, Liebhaber finden werden, weil sie handwerklich in Ordnung sind. So werde ich dabei bleiben und auch über die nächste Box berichten.

Rechtlich notwendiger Hinweis: Die dm Leckerbissen-Box wurde nicht vom Hersteller gesponsort, sondern vom Autor bezahlt.

Gärtnerei Harms, 26817 Rhauderfehn: Kein Anschluss unter dieser Nummer

Ich bin in Hannover geboren, lebe in Leipzig und trage einen französischen Namen. Der ist Resultat der napoleonischen Besatzung Ostfrieslands, der Heimat meiner Vorfahren. Die Eltern meines Vaters sind 1948 bzw. 1969 verstorben und auf dem Friedhof Untenende in Westrhauderfehn bestattet. Die Grabpflege obliegt nach dem Tod meines Vaters nun meiner Stiefmutter – und wie das abläuft, gefällt mir gar nicht. Bei meinem Besuch im April war ich über den Pflegezustand des Grabes entsetzt.

Mit der Pflege ist die Firma Blumen-Harms in Rhauderfehn beauftragt. Dort bat ich telefonisch um einen Rückruf, um eine Verbesserung der Situation zu besprechen. Der kam nach einer Woche und war recht aufschlussreich. Mir wurde klar, dass eine angemessene Grabpflege mit dem zur Verfügung stehenden Betrag nicht möglich ist. So bat ich dann schriftlich am 2. August, mir ein Angebot für eine Umgestaltung und eine durchgehende jahreszeitliche Bepflanzung zu erstellen.

Ja, August. Seitdem schweigt der Gärtner. Eine Erklärung weiß ich nicht. Mehrere Versuche, an verschiedenen Wochentagen zu verschiedenen Tageszeiten den Betrieb zu erreichen, scheiterten. Es wurde nicht einmal abgehoben.

Fazit: Kein Anschluss unter dieser Nummer bei Gärtner Harms. Und offensichtlich kein Interesse an Kundenservice. Ist ja auch einfach, wenn der Kunde 480 km entfernt ist und nicht mal eben im Gewächshaus stehen kann.

Anschrift des Dienstleisters: Blumen-Harms, Inh. Thomas Harms e.K., Rajen 34, 26817 Rhauderfehn

Test Canimix Premium Tiernahrung: Licht und Schatten

Auch Haustiere haben Geburtstag. So entschied ich mich, den beiden Katern Max (kurz vor dem 5. Geburtstag) und Moritz (genau ein Jahr jünger) zum Feiertag ein besonderes Futter zu servieren. Bei einer Internet-Recherche stieß ich auf den Anbieter Canimix. Hier kann man nach Vorlieben und Konstitution des eigenen Hundes oder der Katze verschiedene Futtervarianten zusammenstellen lassen. Wer mag, kann vor dem Mixen eine Empfehlung erhalten, wobei die Parameter des Haustieres, wie Gewicht und mögliche Unverträglichkeiten,  individuell eingegeben werden können.  Die Bestellung wird nach Eingang frisch abgefüllt. Ab 18 Euro Nettowert entfallen die Versandkosten.

Klingt gut, dachte ich. So entschied ich mich für die kleinste Verpackungseinheit von 0,75 kg (weitere Varianten bei Katzen sind 3, 6 und 9 kg; bei Hunden abweichend von 1,25 kg bis 12 kg). Bei der Zusammenstellung des Futters wird unterschieden zwischen Kernfutter, Komponenten und Vital-Komplexen. Also auf geht’s: Als Kernfutter kommt Geflügel & Fisch rein mit essentiellen Aminosäuren und Omega 3-Fettsäuren (Grundpreis EUR 5,38/kg). Als Komponenten wähle ich vegetarische Malzkissen (vermeiden Haarballenbildung), Happen mit einer Kombi aus Geflügel, Rind und Lachs, dazu Denta für die Zahnpflege. Das macht pro Komponente EUR 0,66 extra. Als Vitalkomplexe gebe ich noch Leckerlis für gesunde Zähne, frischen Atem und schönes Fell hinzu (pro Komplex plus EUR 0,73). Macht komplett EUR 8,15 für 750 Gramm gesundes Fressvergnügen (Grundpreis EUR 10,87/kg). Positiv: Zum Abschluss der Bestellung werden die analytischen Bestandteile und der Energiegehalt angezeigt. Ganz schön heftig mit 13507 kJ/kg. Und ein Schmankerl für den Menschen gibt’s auch noch: Auf die Futterdose kann der Name des Tieres oder ein Bild aufgedruckt werden.

Ich zahle mit Paypal und warte. Lange. Sechzehn Tage nach der Bestellung kommt per E-Mail die Nachfrage, ob der Mix denn gemundet habe. Das würde ich gern im Auftrag der Kater beantworten, wenn ich denn die Lieferung schon bekommen hätte. Eine Nachforschung ergibt, dass ich fünf Tage nach Aufgabe der Bestellung die Annahme des Paketes verweigert habe. Blödsinn. Also eine neue Lieferung. Als Trostpflaster gibt’s 25% Rabatt auf die nächste Bestellung. Das stimmt mich milde. Die neue Lieferung kommt dann schnell – und veranlasst mich, zum Telefonhörer zu greifen. Erst mal lasse ich die Dose verschlossen. Auf der Dose fehlt der individuelle Namenszusatz. Gut, das kann ich verschmerzen. Was wichtiger ist: ich kann nicht sehen, ob auch wirklich meine individuelle Bestellung abgepackt wurde. Auf dem Etikett steht lediglich das Kernfutter, die Komponenten und Vitalkomplexe sind nicht verzeichnet. Und auch in meinem Kundenkonto, das ich mir dann aufrufe, steht lediglich „Eigener Mix“ ohne Aufschlüsselung. Das ist nicht kundenfreundlich und erschwert eine Nachbestellung. Der geduldige Servicemitarbeiter versichert mir, dies solle noch im dritten Quartal 2012 behoben werden.

Zurück zum Wesentlichen: Zwar war das Futter nicht zum Geburtstag da, aber immerhin pünktlich zum Weltkatzentag. Die Kater stürzen sich darauf und lassen den Fernsehwerbeichliebemeinekatzenapf links liegen.

Fazit:

Geschmacksurteil der Kater: sehr gut

Serviceurteil des Menschen: ausbaufähig

Wenzel Prager Bierstuben, Leipzig: Perfekte Gastlichkeit

Es ist Olympiasamstag, nachmittags um vier. Die Sonne strahlt in Leipzig, und die Zweierreihen im Barfußgässchen lassen bereits den Auftrieb am Abend erahnen. Mein Weg führt mich nicht zufällig hierher: Ich schaue mir das „Kleine Joachimsthal“ in der Kleinen Fleischergasse 8 an, das nach langem Leerstand nun liebevoll saniert wurde. Die über 400 Jahre alte Fassade des historischen Handelshauses lockt Besucher in die Gastronomie im Erdgeschoss. Hier haben im Juli die „Wenzel Prager Bierstuben“ eröffnet, die bereits an fünf anderen Standorten in den neuen Bundesländern vertreten sind. Auf der Karte stehen Gerichte der gutbürgerlichen tschechisch-böhmischen Küchentradition. So wird auf kulinarische Art an den böhmischen Ort Joachimsthal erinnert, dessen Silbervorkommen im 17. Jahrhundert in Leipzig gehandelt wurden.

Wir wählen einen Außenplatz mit Blick auf den sprudelnden Lipsia-Brunnen und Michael Ballack als Werbefigur. Ich erinnere mich an mein letztes Staropramen im Jahr 2006. Lecker war’s – aber hier stehen plötzlich drei Sorten auf der Karte. So entscheide ich mich zunächst für das „Prager Trio“, jeweils einen Probierschluck 0,1 Liter der drei Sorten Premium, Granat und Dark (EUR 3,50). Die drei Gläser werden in einem optisch ansprechenden Holzkästchen serviert, der Minivariante der Meterbretter, die es wohl in jedem Bierhaus geben muss. Die Wahl fällt auf das Granat mit angenehmer Hopfennote und rötlicher Farbe (0,3 Liter EUR 2,55). Durch einen Blick an die gut besetzten Nachbartische sehe ich, dass die Portionen wohl auch gute Esser sättigen. So streiche ich die vorgesehene Knoblauchsuppe und bestelle einen Böhmischen Wurstsalat, der mit Käse in Vinaigrette, Zwiebeln, Gewürzgurke und Brotkorb angekündigt wird (EUR 6,95). Meine Begleiterin (null Alkohol, Nichtraucherin, von Omas ostdeutscher Küchentradition geprägt) wählt Biergulasch vom Schwein mit böhmischen Knödeln (EUR 9,20), dazu eine Portion Sauerkraut (EUR 1,95).

Küche und Service, vertreten durch die einheimische Nadja (immer aufmerksam, aber nie aufdringlich – TOP!), sind vorbildlich schnell. Das Biergulasch kommt mit ausreichend tiefbrauner und kräftiger Soße und vier großen Fleischstücken, die schon beim Ansehen vor Zartheit auseinanderfallen. Die vier Knödelscheiben haben den Begriff Sättigungsbeilage wahrlich verdient. Das Sauerkraut ist angenehm leicht säuerlich und mit Kümmel verfeinert. Eine runde Sache!

Und der Salat? Der sieht zunächst etwas klein aus im tiefen Teller, was sich aber dann als Irrtum erweist. An der Kombination aus Wurststreifen, roten Zwiebelringen, gestifteltem Käse, Gewürzgurke und einer ausgewogenen Vinaigrette gibt’s nun wirklich nichts zu meckern. Der Brotkorb besteht aus zwei Scheiben Graubrot und zwei warmen Mini-Baguette mit Mehrkorn und Mohn. Mir fehlte etwas Butter dazu.

Durchatmen – aber ohne einen süßen Abschluss fehlt doch etwas in der böhmischen Küche. Ich entscheide mich für eine kleine Portion Buchteln mit Vanillesoße ohne Schlagsahne (EUR 2,80). Und das war dann auch das Krönchen: Das Hefegebäck konnte lockerer nicht sein, und die heiße Vanillesoße lässt meinen bisherigen dänischen Favoriten weit hinter sich.

Ein doppelter Slibowitz der Hausmarke (4 cl EUR 3,40) beschließt zwei rundum gelungene Stunden in den „Wenzel Prager Bierstuben“. Im positiven Sinn: Das hat Leipzig gerade noch gefehlt!