Sehnen nach Liebe: Sophie von Stillfried stellt im Poniatowski aus

Sophie von Stillfried im Poniatowski. Foto Detlef M. Plaisier

Sophie von Stillfried im Poniatowski. Foto Detlef M. Plaisier

Das Poniatowski hat umdekoriert: Für einen Monat stellt die Künstlerin Sophie von Stillfried unter dem Leitmotiv „Hurt“ in der Kreuzstr. 15 ihre Arbeiten aus. Was ihre Werke ausmacht, erläuterte der Leipziger Autor Nils Müller in seiner Laudatio:

„Wir sehen eine Ausstellung, in der das Verborgene nach außen getragen wird und die Protagonisten der Bilder verletzlich erscheinen lässt. Verletzungen werden hier vornehmlich sinnbildhaft, meist durch Tätowierungen ausgedrückt, was ihre seelische Natur vermuten lässt. Die Bilder Sophie von Stillfrieds zeichnet ein sich Sehnen nach Liebe und ein sich Erinnern an Nähe aus, ohne dass sie ausschließlich unser Mitleid erregen. Vielmehr zeugen sie von der emotional verkrüppelten Umwelt, in der der Protagonist des Bildes wohl zu leben hat. Uns bleibt nur zu erahnen, wie die Protagonisten mit ihren Leiden umgehen, wissend, dass nur das Unberührte und Unverletzte neutral bleiben kann. Das große Faszinosum ihrer Bilder ist doch, dass man als Betrachter meint, alles aus ihnen gelesen zu haben und doch eines Besseren belehrt wird.“  

www.potemka.de/artists/svst/sophie_von_stillfried.html

Ein Sonnensamstag in Leipzig (mit Fotostrecke)

Der erste Sonnensamstag dieses Jahres im Leipziger Osten beginnt mit einem iranischen Soli-Frühstück im NuR. Auf den Keller kommen Couscous Salat (vegan mit vielen roten Zwiebeln, lecker!), Babaganoush (auch vegan), dazu Käse, Brot, Oliven, Honig und frische Kräuter. Die meisten Gäste setzen sich in den Garten. Ich bleibe in den Räumen, lese „Weinhebers Koffer“ von Michel Bergmann von der ersten bis zur letzten Seite, trinke Kaffee mit Zimt und höre Brahms:

 

Ein wunderbarer Auftakt für den Tag. Danach geht es in die Ludwigstraße zu einer Dachbodenberäumung. Mein Schnäppchenziel: Eine Kamera oder ein Schuhkarton mit Postkarten für meine Sammlung. Ich werde schnell fündig und gehe mit einer Dresdner Ihagee Kamera, Modell EXA IIb, Baujahr 1964 mit Carl Zeiss Objektiv 2,8/50 und original Ledertasche, kratzerfrei und mit wenigen Gebrauchsspuren. Preis ohne Feilschen: 10 Euro. Einwandfrei!

Mein nächstes Ziel ist die Lilienstraße 21. Die dortige Fabrik wurde 1887 erbaut und steht nach einem Jahrhundert Betrieb seit 1986 leer. Im Hinterhaus versucht der Verein Circulus Vitae e.V seit 2012 eine Fläche von mehr als 1.000 Quadratmetern zu sanieren und durch Projekte wieder mit Leben zu erfüllen. Heute läuft den ganzen Tag Livemusik auf drei Floors. Der Zustand des Hauses ist erbärmlich: Alles ist provisorisch und voller Schutt. Als Nicht-Bauexperte würde ich sagen: Holt die Bagger. Hier wird alles gebraucht: Spenden, Material, helfende Hände.

Danach lockt die Sonne zum „Sonderposten“ in den Lene-Voigt-Park. Na ja, es ist halt wie Davanda, nur lockerer und jünger. Wir reden über Bücher und Erasmus, sorbische Musik und freie Ateliers im Osten. Danke an das Team vom Poniatowski und an Vanessa vom La Tortita in der Hilde 49 (ja, vegan kann verdammt lecker sein). So schließt sich der Kreis im Osten.

Alle Fotos: Detlef M. Plaisier. Download, Teilen und Kommentare ausdrücklich erwünscht!

Zum Jahreswechsel: Wie wäre es denn mit Silvester in Polen?

Der Silvesterabend ist für viele Polen das wichtigste gesellschaftliche Ereignis des Jahres. Man besucht sich gegenseitig in den Familien oder feiert festlich in stilvoller Garderobe. Auf jeden Fall wird viel gegessen und getrunken, gelacht und getanzt bis in den Morgen. Einen Hauch davon gibt es auch in Leipzig: Das Poniatowski lädt zur zweiten Silvesterparty ein.

Silvester im Poniatowski 2013. Quelle: https://www.facebook.com/PoniatowskiLeipzig *** Foto: K. Oleksy

Silvester im Poniatowski 2013. Quelle: https://www.facebook.com/PoniatowskiLeipzig *** Foto: K. Oleksy

Ab 20:30 Uhr (Einlass 30 Minuten vorher) erwartet die Gäste nach einem Begrüßungswodka ein Drei-Gänge-Menu in original polnischer Silvestertradition, wahlweise mit Fleisch oder Fisch. Die ganze Nacht über stehen ein kalt-warmes Buffet sowie eine Kaffee- und Kuchenstation bereit. Um Mitternacht wird mit Prosecco oder alkoholfrei angestoßen. Das traditionelle Neujahrsessen Barszcz mit Kroketten wird für alle Gäste um 0:30 Uhr gereicht. Und Musik gibts natürlich auch: Im Keller legt DJ Grex ab 21:30 auf.

Die Karten für Silvester im Poniatowski sind ähnlich begehrt wie die Tickets für den DHfK-Fasching. Im Preis von 48 Euro pro Person sind der Mitternachts-Prosecco und alle alkoholfreien Getränke enthalten, alkoholische Getränke gibt es zu moderaten Preisen.

Der Vorverkauf läuft während der Öffnungszeiten in der Kreuzstraße 15. Reservierungen auch telefonisch unter 0341 99 85 83 40 oder per E-Mail unter info@poniatowski-bar.de.

Szczesliwego Nowego Roku!

Schöne Bescherung: WERK 2 schmeißt das Poniatowski zu Weihnachten raus – jetzt wird in Borna polnisch gekocht

Das Poniatowski in Borna. Foto: Detlef M. Plaisier

Das Poniatowski in Borna. Foto: Detlef M. Plaisier

„Weihnachten am Kreuz“ im Connewitzer WERK 2 feiert 2014 zehnjähriges Jubiläum und mischt die Beschicker des alternativen Weihnachtsmarktes ordentlich durch: Um „die Vielfalt zu erhalten“, erhielten einige Bewerber überraschende Absagen, darunter auch die Betreiber des „Poniatowski„. Unverständlich, wie Geschäftsführerin und Gründerin Anna Gorski meint: „Schließlich sind wir die einzigen Gastronomen mit original polnischer Küche weit und breit“. Und es tut auch ein wenig persönlich weh. Schließlich reiften auf dem Weihnachtsmarkt im WERK 2 die ersten Pläne für das Lokal in der Leipziger Kreuzstraße. Dem ersten Ärger folgten Trotz und eine schnelle Entscheidung: Jetzt werden die Besucher des Weihnachtsmarktes in Borna mit Bigos, Pierogi und Zurek verwöhnt. Ich habe mich am ersten Adventswochenende dort umgesehen.

Oberbürgermeisterin Simone Luedtke auf der Bornaer Weihnachtsmarkt mit Austauschärzten aus der chinesischen Partnerstadt Dujiangyan. Foto detlef M. Plaisier

Oberbürgermeisterin Simone Luedtke auf dem Bornaer Weihnachtsmarkt mit Austauschärzten aus der chinesischen Partnerstadt Dujiangyan. Foto: Detlef M. Plaisier

Wenn sich die Besucher auf dem Platz vor dem Bornaer Rathaus verlieren, ist es dort trostlos. Glühwein für einen Euro, Zuckerwatte für eins fünfzig und gleich daneben die passgenauen Stützstrümpfe. In der Dämmerung ändert sich das. Dann kommt auch in Borna die Weihnachtsatmosphäre auf, die wir alle in diesen Tagen suchen, mit (deutschen) Klängen und Gerüchen nach Roster, Glühwein, gebrannten Mandeln und Fischsemmeln. An entgegengesetzten Ecken des Weihnachtsmarktes stehen der Klassiker und der Neuling: Fleischerei Schreiber wird wegen ihrer weltbesten Roster und für den hausgemachten Glühwein überrannt (getestet – stimmt!), das Poniatowski erklärt die Geheimnisse der polnischen Küche. Zugegeben: Ich kenne Zurek, aber es ist nicht einfach, Sauermehlsuppe in Weihnachtsstimmung zu verkaufen. Anna, Grzegorz und Tomek gelingt es dennoch. So mancher bleibt für ein Schälchen Bigos und eine Wodkaverkostung stehen. Auch Oberbürgermeisterin Simone Luedtke, die den Weihnachtsmarkt erfrischend kurz mit zwei Sätzen eröffnete, freut sich über die Bereicherung des Angebotes.

Mein Tipp für Einsteiger und Fans: Eine Probierportion Bigos und Pierogi, dazu eine Heiße Birne mit Schuss und zur Verdauung einen Haselnusswodka.

Der Bornaer Weihnachtsmarkt hat als einziger Weihnachtsmarkt im Landkreis durchgehend bis zum vierten Advent geöffnet (montags, mittwochs, donnerstags und freitags von 9.00 – 18.00 Uhr, dienstags und sonnabends von 9:00 – 19:00 Uhr und sonntags von 13:00 – 19:00 Uhr). Am ersten und vierten Advent öffnen die Geschäfte in der Innenstadt zusätzlich von 13:00 – 18:00 Uhr.

Polnisch kochen lernen mit dem Poniatowski

Kneipe, Bar, Restaurant, Konzert und Lesung, Fernsehabend und Hochzeitsfeier – das Poniatowski im aufstrebenden Kreuzstraßen-Viertel hat sich innerhalb eines Jahres zu einer multimedialen Drehscheibe entwickelt. Wem das original polnische Essen nicht ausreicht, kann nun auch zu Hause polnisch auftischen: In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Leipzig bietet das Poniatowski-Team einen Kochkurs an.

Poniatowski_01Ein Koch aus der Poniatowski-Crew und Betreiberin Anna Gorski plaudern über Eigenheiten der polnischen Küche und machen die Teilnehmer mit den Unterschieden der Regionalküchen bekannt. Natürlich lässt sich der Koch dabei über die Schulter sehen. So entsteht ein raffiniertes 3-Gänge-Menu, auf das mit Wodka angestoßen wird. Na zdrowie (Prost) und Smacznego (Guten Appetit)!

Der Kurs findet an zwei aufeinander folgenden Samstagen (8. November und 15. November) jeweils von 10 Uhr bis 13:45 Uhr in der Lehrküche der Volkshochschule, Löhrstraße 3-7 statt. Die Kursgebühr beträgt 53,– Euro.

Anmeldung bitte direkt über die Volkshochschule unter Telefon 0341 123-6000 oder online.

Vorschau Leipzig kulinarisch Teil 1: „Leipzig genießt“

Leipzig genießt Logo„Man kann nicht gut denken, gut lieben, gut schlafen, wenn man nicht gut gegessen hat.“ Oberbürgermeister Burkhard Jung zitiert zutreffend Virginia Woolf in seinem Vorwort zur Broschüre des diesjährigen Festivals „Leipzig genießt“. Zu den Angeboten der Gasthäuser, Restaurants und Hotels gesellen sich diesmal kulinarische Stadtführungen, Angebote zu fairem Handel in der ersten sächsischen Fairtrade-Stadt, Musik, Kabarett und Varieté und sogar kulinarische Wellness. Doch was steckt dahinter? Sind die Angebote wirklich so günstig? Ich habe mal reingeschaut.

  • Klare Verhältnisse schafft das Restaurant „Le Jardin“ im Novotel Leipzig City. Das Drei-Gang-Menu wird während der elf Tage Festivalzeit für 19,90 Euro pro Person angeboten. Ehrlich wird der reguläre Preis von 27,50 Euro genannt – satte 28% Prozent gespart (telefonische Reservierung erbeten).
  • Sankt-Benno_logo_1000x600Zunächst happig erscheinen die 39 Euro pro Person für vier regionale Überraschungsgänge einschließlich Amuse bouche im Weinrestaurant Sankt Benno. Ich durfte dort schon zu Gast sein und schätze die Qualität und Kreativität der Küche um Thilo Junghanns. Fragen Sie ihn doch mal nach seiner Stör-Leberwurst. Mein Tipp: Ausprobieren!
  • SteaktrainSteakfreunde sollten sich zu einem Besuch im „Steaktrain“ des  Seaside Park Hotel zusammenschließen. Das Partnerangebot für zwei: pro Person ein Chateaubriand von satten 360 g vom Lavagrill, dazu zwei Beilagen und zwei Chutneys, eine Flasche Wein, zum Abschluss je ein Dessert und eine Kaffeespezialität. Rechnung: 75 Euro – das ist ehrlich. Schnell zugreifen: Nur ein Paar pro Abend wird verwöhnt.
  • Apels_GartenApels Garten punktet mit einem Herbstklassiker: Entenbraten mit Apfelrotkohl und Klößen gibt’s satt für 13,90 Euro. Zu einer Hausführung mit anschließendem Mittagessen lädt Auerbachs Keller ein. Nach einer Führung von 30 Minuten wird im Großen Keller hausgemachte Rindsroularde mit Rotkraut und Kartoffelklößen serviert. Auf den Weg gibt es einen Mephistotaler. Komplettpreis: 15 Euro (Reservierung notwendig).
  • Mein persönlicher Favorit ist ein Konzert im wieder eröffneten Leipziger Mendelssohn-Haus, zu dem Kaffee und Kuchen ganz im Sinne des Lerchenliebhabers Mendelssohn gereicht werden. Preis: 15 Euro. Leider einziger Termin: 14. September, 15 Uhr. Schnell anmelden!
  • Poniatowski_01Bauchschmerzen habe ich beim Angebot des Poniatowski, der ersten und bisher einzigen polnischen Kneipe in Leipzig. Das junge Team feierte gerade den ersten Geburtstag. Hier stehen drei Gänge auf der Karte, die nach Wahl miteinander kombiniert werden können (höchstens 20 Personen pro Abend, Reservierung erforderlich). Pluspunkt: Ein Hauptgericht ist vegetarisch. Dazu gibt es pro Person 2 cl polnischen Wodka und 0,2 l Wein. Dafür müssen stolze 34 Euro hingeblättert werden. Nun ist das Poniatowski mein zweites Wohnzimmer. Ich kenne alle Gerichte auf der Karte und habe dort so manchen geselligen Wodkaabend verbracht. Aus dieser Sicht: Beide Daumen hoch für Atmosphäre, Service und Küche. Für „Leipzig genießt“ kann ich allerdings keinen kulinarischen oder finanziellen Mehrwert für den Gast erkennen.

Fazit: „Leipzig genießt“ bietet für jeden Geschmack etwas. Man sollte sich jedoch nicht von dem Festivalcharakter verführen lassen und vor der Buchung mit dem normalen Tagesgeschäft vergleichen.

Das komplette Programm steht unter www.leipzig-geniesst.de zum Download bereit.

„Sojus Wostok“: Der schwierige Versuch, ein Netzwerk für Osteuropa zu knüpfen (updated)

Christoph Liepach hat mit Menschen aus Osteuropa gefeiert und ihren Geschichten zugehört. Jetzt präsentiert er eine Fotoausstellung und will mit „Sojus Wostok“ ein Netzwerk für Osteuropa in Leipzig aufbauen. Das erweist sich als schwierig – auch, weil seine eigene Einstellung Anlass zu Fragen gibt.

Sojus WostokSeine Bachelorarbeit in Design war der Anstoss: Christoph Liepach fotografierte Menschen, die in Osteuropa aufgewachsen sind und nach dem Ende der Sowjetunion die Möglichkeit nutzten, nach Deutschland zu gehen. Viele mussten lange darum kämpfen, obwohl das vermeintlich gelobte Land nur zwei Tagesreisen entfernt lag. Viele Träume erfüllen sich nicht.

Da ist der junge Vladimir, der in Russland eine Ausbildung als Musiker hat und seit drei Jahren in Leipzig lebt. Er muss jedes halbe Jahr kreativ tricksen, um seine Aufenthaltsgenehmigung verlängert zu bekommen. Da ist Oleksandr aus der Ukraine, der vor sechs Jahre ohne Deutschkenntnisse mit seiner Frau und zwei Kindern nach Leipzig kam. Nach Bezug von Arbeitslosengeld und einem Job als Kraftfahrer eröffnete er einen Laden mit osteuropäischen Spezialitäten und Lebensmitteln, der heute mit harter Arbeit die Familie ernährt. Oleksandr besitzt noch immer den Flüchtlingsstatus. Und da ist Andre. Er verließ vor 17 Jahren die Krim, wo er als Vorsitzender des deutsch-russischen Vereins die erste zweisprachige Zeitung herausgab. Andre kam mit einem Container von 6.000 russischen Büchern nach Leipzig. Man findet ihn meist in der Stadtbibliothek und im Haus der Demokratie.

Blick in die Fotoausstellung. Foto: Detlef M. Plaisier

Blick in die Fotoausstellung. Foto: Detlef M. Plaisier

„Der Geist Osteuropas ist in Leipzig gut erhalten“, will Christoph Liepach während seiner Recherchen festgestellt haben. „Alles ist herzlich und vor allem traditionsbewusst ohne Kommerz.“  Es gebe allerdings einen Mangel: Jeder braue sein eigenes Süppchen. Jeder Verein pflege seinen Mikrokosmos, Ankündigungen für Veranstaltungen gelangten nur selten zur deutschen Bevölkerung und seien zudem meist schlecht oder gar nicht übersetzt. Mit „Sojus Wostok“ als übergreifendem Netzwerk soll das anders werden: Christoph Liepach will mit Sponsoren und einem einheitlichen Design „bei osteuropäischen Migranten das Interesse wecken, ihre Kulturveranstaltungen in Leipzig stärker einzubringen.“ Jeder Kulturort solle dann den anderen bewerben, Traumziel sind „zweitausend bis dreitausend Flyer im öffentlichen Raum.“

Fest etabliert: Szene vom Jubiläum "Fünf Jahre Slawische Nacht" November 2013. Foto: Detlef M. Plaisier

Fest etabliert: Szene vom Jubiläum „Fünf Jahre Slawische Nacht“ November 2013 im 4rooms. Foto: Archiv Detlef M. Plaisier

So weit, so gut. Ob jedoch Christoph Liepach hierfür der treibende Motor sein kann, der ernst genommen wird, darf bezweifelt werden. Er spricht keine osteuropäische Sprache. Sein Netzwerk beschränkt sich auf Newsletter und wenige Einzelkontakte. So gibt es bisher keinen Kontakt zum Polnischen Institut und zum Europa-Haus Leipzig. Begründung: „Die lassen mich doch nicht so einfach vorsprechen.“ Christoph Liepach pflegt im Gespräch ein Idealbild von „Vorzeigemenschen“, die „gut integriert sind und fließend Deutsch sprechen.“

Meine Einschätzung (updated): Die Fotos mit Interviewauszügen sind sehenswert, ebenso wie das strategisch gestalte Design mit Wiedererkennungswert für „Sojus Wostok“. Verfehlt sind der gedankliche Ansatz und das Vokabular: Völkerverständigung funktioniert so nicht und wird scheitern, ganz unabhängig vom fehlenden finanziellen Polster.

„Und dann habe ich lange lange Jahre gewartet“
Fotoausstellung von Christoph Liepach
Medienwerkstatt Deutsche Angestellten-Akademie, Torgauer Platz 2
Öffnungszeiten: montags bis freitags 08:00 bis 18:00 Uhr (bis 31. Juli 2014)

Für einen guten Start in den Tag: Frühstück zum WGT 2014

Ein guter Tag sollte mit einem guten Frühstück beginnen, ganz nach Geschmack von süß bis deftig, und das ganz besonders nach einer langen WGT-Nacht. Hier sind meine Tipps für euch – persönlich getestet und für lecker befunden.

Logo TelegraphIm Telegraph werdet ihr zum Frühstück mit druckfrischer Lektüre versorgt. Wochentags ist ab 8:00 Uhr geöffnet, am Wochenende und zu Pfingsten ab 9:00 Uhr. Frühaufsteher gönnen sich in der ersten Stunde der Woche bis 9 Uhr das „Frühstück Spezial“. Das heißt: Ihr bestellt ein Frühstück eurer Wahl mit einem Heißgetränk für den super Preis von 7,50 Euro. Das Frühstück à la carte gibt’s bis 15 Uhr. Beim Basic werden zum Beispiel luftgetrocknete Salami, Schnitt-, Weich- und Ziegenkäse, ein Ei, Marmelade und Vollkornbrötchen serviert. Zum „Nordic“ gibt’s Lachs, Krabben und Forellenkaviar, kanadisch wird mit Pancakes und Sirup gefrühstückt. Die seichte Jazzmusik muss man allerdings mögen.

Logo BarfuszEin paar Schritte weiter liegt das Barfusz. Am Wochenende treffen hier die Partygänger auf  early birds. Ein einfaches schnelles Frühstück ist hier schon für 2,90 Euro zu haben. Ich empfehle das Spanische Frühstück mit Serrano-Schinken, Chorizo, Ziegenkäse und Tomaten-Chili-Frischkäse. Die Partnervarinate für 15,90 Euro mit Joghurt, 
Obstsalat, Cornflakes, Brötchen, Croissants und Prosecco macht auch drei Leute satt. Samstags wird von 9 Uhr bis 13 Uhr ein Frühstücksbuffet angeboten (6,90 Euro incl. Orangensaft und hausgemachtem Eistee). Zu den Pfingstfeiertagen steht von 10 Uhr bis 15 Uhr ein Schlemmerbrunch bereit (14,90 Euro incl. Apfel- und Orangensaft und einem Glas Begrüßungs-Prosecco). Schlemmt euch durch Waffeln, Eivariationen, Krustenbraten, Chili, Rote Grütze, Mousse …

Logo Glashaus ClaraparkFrühstück im Grünen: Die Karte im Glashaus im Clarapark (kurz für Clara-Zetkin-Park) geht von gesund über herzhaft und süß bis zu nordisch (mit Lachs und Heilbutt) und irisch (mit baked beans und Bacon). Dabei sind auch verschiedene Sorten Müsli wie Bircher und Mandelmüsli. Die Preise gehen von 2,50 Euro bis 8,80 Euro. Am Samstag lädt das Glashaus zu einem Frühstücksbuffet (9,90 Euro), Pfingstsonntag und -montag steht ein Brunchbuffet bereit (19,80 Euro incl. einem Glas Sekt).

Logo PoniatPolnisch frühstücken? Na klar: Im Poniatowski werden Samstag und Sonntag ab 11:30 Uhr zu den üblichen Frühstückszutaten Bigos und eine warme polnische Suppe serviert. Die rein polnische Mannschaft der ersten polnischen Kneipe Leipzigs weiß Genießer und Leckermäuler gleichermaßen zu überzeugen. Einen schwarzen Kaffee gibt’s für WGT-Jünger gratis. Als Special wird eine Bloody Mary gemixt (4,90 Euro). Schlag zwölf tragen Jola und Nils Gedanken rund um Erotik und Tod aus eigener Feder vor.  Und wer es schon so früh mag: Die Chefs Ania und Tomek fahren persönlich nach Polen, um den besten Wodka für euch zu holen. Fragt einfach nach einem Wodkatasting.

caba cafeWer zum WGT Quartier im Leipziger Osten gefunden hat, dem sei zum Start in den Tag das caba-cafe in der Eisenbahnstraße empfohlen. Eisenbahnstraße? O je. Keine Angst: Hier ist die schönere Ecke der Straße, das Bülowviertel. Inhaber Robert Baier kann an allen WGT-Tagen von 9 bis 13 Uhr bis zu 60 Frühstückshungrige verköstigen (Buffet für 9,90 Euro einschl. Kaffee endlos und Blutorangensaft). Im Café stehen außerdem verschiedene schwarze Kultartikel wie Engel, Elfen und Drachen zum Verkauf. Die gibt’s auch im Onlineshop des Cafés.

Für alle Empfehlungen gilt: Bitte rechtzeitig reservieren!

Telegraph, Dittringring 18, Reservierung: 0341 1494990
Barfusz, Barfußgässchen 6, Reservierung: 0341 9628624
Glashaus, Karl-Tauchnitz-Straße (Clara-Zetkin-Park), Reservierung: 0341 14990004
Poniatowski, Kreuzstr. 15, Reservierung: 0341 99858340
caba cafe, Eisenbahnstr. 147, Reservierung: 0341 24106110

Mein persönlicher Gastro-Guide zum WGT 2014

Gastroführer gibt es zuhauf im Netz, auch über Leipzig. Ich bevorzuge persönliche Empfehlungen und hoffe, dass euch meine Tipps munden werden.

MondscheinLogo_WeissHabt ihr noch alle eure Sinne beisammen? Probiert es aus im Dunkelrestaurant „Mondschein„. Ihr werdet in der hellen Lounge begrüßt und bekommt bei einem Begrüßungsschluck die Spielregeln erklärt. Nachdem ihr euer 4-Gänge-Menu gewählt habt (vegetarisch ist auch möglich), werdet ihr in den abgedunkelten Bereich geführt. Dort sind Lichtquellen aller Art nicht erlaubt, also auch keine Uhren mit Leuchtziffern und schon gar nicht nervige Handydisplays mit Nachrichten des Partners, den ihr schnöde daheim gelassen habt. Bei den servierten Speisen werdet ihr einige Zutaten schnell erkennen, andere sind ganz schön knifflig. Vor allem aber werdet ihr wieder ganz viel miteinander reden. Das 4-Gänge-Menu kostet aktuell 39 Euro plus Getränke.

logo_HindukuschDie Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt? Na, da schauen wir doch mal lieber, was man am Hindukusch so isst. Die afghanische Küche ist unter anderem von der iranischen und indischen Kochkunst beeinflusst. Neben den landestypischen Reisgerichten wird Fleisch in allen Variationen serviert. Vegetarier fühlen sich hier ebenso gut aufgehoben. Die Geschmacksnerven werden von mild bis höllisch scharf gefordert, und frische Gewürze geben den Gerichten einen besonderen Pfiff. Fleischgerichte und frisches Fladenbrot kommen aus dem Tandoor-Ofen, der euch sicher vom Inder schon bekannt ist. Im Sommer erfrischend sind grüner Tee mit Kardamom und Doogh Badrang, ein Erfrischungsgetränk mit Joghurt ähnlich Lassi. Süßmäulern sei der Milchreis mit Safran, Pistazien und Kardamom ans Herz gelegt.

Polnische Gastfreundschaft genießt ihr im Poniatowski. Restaurant oder Kneipe? Beides, denn hier ist alles polnisch: Mannschaft, Essen und Getränke. Namensgeber ist der polnische Nationalheld General Fürst Józef Antoni Poniatowski, der Napoleon in der Völkerschlacht unterstützte und in der Weißen Elster beim Rückzug ertrank. Probiert unter seinem Portrait Bigos, Pierogi und Żurek mit polnischem Bier und lasst euch von der Vielfalt der Wodkaaromen bei einem Tasting überraschen (ich habe bislang zwölf probiert – fragt unbedingt nach dem Haselnusswodka!). Polnischen Sprachunterricht gibt’s bei Ania, Tomek und Jolanta an der Theke noch obendrauf. „Prost“ heißt übrigens ganz einfach „na zdrowie“.

Zum WGT könnt ihr am Samstag und Sonntag jeweils von 11:30 bis 14:30 im Poniat kalt-warm brunchen, natürlich mit Bigos und einer polnischen Suppe. Ihr zahlt 12,50 Euro, einen Kaffee schwarz gibt’s gratis. WGT-Special ist die Bloody Mary des Hauses. An beiden Tagen lesen um 12 Uhr Jolanta und Nils Gedanken rund um Tod und Erotik aus ihren schwarzen Schubladen.

Ach, doch lieber asiatisch? Best Sushi in town gibt’s in der Sakura Kaiten-Bar.
Wer chinesisch essen möchte, kommt am Chinabrenner nicht vorbei.
Für hausgebrautes Bier empfehlen sich der Bayerische Bahnhof (meine Wahl) und das Brauhaus Napoleon.

Für alle Empfehlungen gilt: Bitte rechtzeitig reservieren!

Guten Appetit zum WGT 2014 in Leipzig!

Mondschein, Pfaffendorfer Str. 1 (Zentrum-Nord), www.leipzig-dunkelrestaurant.de
Poniatowski, Kreuzstr. 15 (Graphisches Viertel), www.poniatowski-bar.de
Hindukusch, Möckernsche Str. 26 (Gohlis-Süd), www.hindukusch-restaurant.de
Sakura, Bosestr. 4 (Zentrum-West), www.sakura-leipzig.de
Chinabrenner, Gießerstr. 18 (Plagwitz), www.chinabrenner.de
Bayerischer Bahnhof, Bayrischer Platz 1 (Zentrum-Südost), www.bayerischer-bahnhof.de
Brauhaus Napoleon, Prager Str. 233 (Probstheida), www.brauhaus-napoleon.com

Mein Programm zum WGT 2014 (updated)

Vielleicht sind ja für euch noch einige Anregungen dabei. Natürlich werde ich in der restlichen Zeit in der Stadt und auf der agra unterwegs sein, um für euch schöne Erinnerungsfotos zu machen. Die findet ihr wie jedes Jahr auf diesem Blog. Und um eine Frage zu beantworten, die mir jedes Jahr wieder gestellt wird: Ja, ihr dürft die Fotos runterladen und für private Zwecke verwenden, auch für eure Homepage oder euren Blog. Wenn ihr mir einen Link schickt oder auf dem Blog kommentiert, freue ich mich.

Fotoquellen Altes Rathaus und Flohmarkt Feinkost: © Archiv Detlef M. Plaisier

Leipzig Arkaden Altes Rathaus (II)Dienstag, 27. Mai, 18:00
Stadtgeschichtliches Museum, Altes Rathaus, Böttchergäßchen 3, 04109 Leipzig
Eröffnung der Ausstellung „Leipzig in Black“
Portraits und Szenefotos vom WGT / Studioausstellung
Laufzeit: 28. Mai bis 20. Juli 2014, jeweils 10 bis 18 Uhr
http://www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de/site_deutsch/ausstellungen/2014_Wave_Gotik.php

Dienstag, 3. Juni, 18:00
Stadtgeschichtliches Museum, Altes Rathaus, Festsaal, Böttchergäßchen 3, 04109 Leipzig
Eröffnung der Ausstellung „Umsonst ist der Tod“
Alltag und Frömmigkeit in vorreformatorischer Zeit
Laufzeit: 4. Juni bis 31. August 2014, jeweils 10 bis 18 Uhr
http://www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de/site_deutsch/ausstellungen/Umsonst_ist_der_Tod.php

Donnerstag, 5. Juni, 09:00 – 13:00
Messe AMI (Auto Mobil International), Neue Messe, 04356 Leipzig
Halle 5: Ausstellung von historischen Leichenwagen mit Fotoaktion
Eintritt zur gesamten Messe für WGT-Besucher mit Bändchen frei
(auch Freitag, 6. Juni, 10:00 – 16:00 / Samstag, 7. Juni, 10 – 17 / Sonntag, 8. Juni, 10 – 16 )
http://www.foto-sotzny.de/2014/04/wgt-meets-ami/

Donnerstag, 5. Juni, 17:00
Get together für alleinreisende WGT-Teilnehmer
Mendebrunnen vor dem Gewandhaus
https://www.facebook.com/events/561363650649531/

Donnerstag, 5. Juni, 18:00 – 20:00
Bayerischer Bahnhof, Bayerischer Platz 1, 04103 Leipzig
„The meeting is open to all Sadgoth.com, ‘Americans in Leipzig’ group members and anybody else who cares to join us or you want to drag along (with the premise that the meeting is set up for English Speaking people to meet and get to know each other, be they British, Americans, Aussies, South Africans, Canadians etc), come and meet old and new friends.“
https://www.facebook.com/events/503430319711230/

Freitag, 6. Juni, 13:00 – 19:00
Hotel Fürstenhof, Serpentinsaal, Tröndlinring 18, 04105 Leipzig
Designer-Vernissage: „Philosophia -Mode“ von Lucardis Feist
(bis einschließlich Montag, 9. Juni, jeweils 13:00 bis 19:00, Montag bis 18:00)
https://www.facebook.com/events/321248564689087/permalink/325070567640220/

Freitag, 6. Juni, 17:00
Südfriedhof, Große Trauerhalle, Prager Straße 212, 04299 Leipzig
„Friedhofsgeflüster“ – Abendliche Friedhofsführung mit einer Kunsthistorikerin
Achtung: Maximal 70 Personen je Führung
(auch Samstag, 7. Juni, 17:00 / Sonntag, 8. Juni, 17:00 / Montag, 9. Juni, 16:00)
https://www.facebook.com/friedhofsgefluester

Freitag, 6. Juni, 20:00
Arena Leipzig, Am Sportforum 2, 04105 Leipzig
„Wagner_reloaded“ – Apocalyptica meets Wagner
Exklusive Vorabschau für WGT-Besucher. 600 Karten sind vor Ort verfügbar, Preise von 37 Euro bis 122 Euro (mit WGT Festival Pass 18,50 Euro bis 62 Euro)
http://wagner-reloaded.blogspot.de/p/startseite.html

Kiez Flohmarkt in der Feinkost, Leipzig Karli, 01.03.2014. Foto Detlef M. Plaisier (11)Samstag, 7. Juni: Zwei Flohmärkte
09:00 bis 17:00 Flohmarkt auf der Galopprennbahn Scheibenholz, 04107 Leipzig
(auch Sonntag, 8. Juni und Montag, 9. Juni, jeweils 09:00 bis 17:00)
10:00 bis 16:00 Flohmarkt „Feinkost“, Karl-Liebknecht-Str. 36, 04107 Leipzig
http://www.leipzig-leben.de/flohmarkt-pferderennbahn-scheibenholz-leipzig/
http://www.leipzig-leben.de/feinkost-flohmarkt-leipzig/

Samstag, 7. Juni, 13:00
Hauptbahnhof Leipzig, Eingang vor Halle Ost
Gemeinsame Fahrt zur agra mit der GruftiBahn 11 – Filmen, Fotos und Feiern!
http://consumerjunk.bandcamp.com/album/gruftibahn-11
https://www.facebook.com/Gruftibahn11

Sonntag, 8. Juni: Frühstück!
Brunch im Poniatowski, Kreuzstr. 15, 04103 Leipzig (11:30 bis 14:30, mit polnischen Spezialitäten, Bloody Mary und einer schwarzen Lesung; auch am WGT-Samstag)
oder Absinthfrühstück in der Sixtina, Sternwartenstr. 4, 04103 Leipzig
http://www.poniatowski-bar.de
https://www.facebook.com/events/723903700966284/

Sonntag, 8. Juni, 11:00
Eingang zum Alten Johannisfriedhof am Grassi-Museum, Johannisplatz, 04103 Leipzig
Führung über den Alten Johannisfriedhof
Preis 7 Euro / Karten direkt vor Ort, keine Anmeldung erforderlich
http://www.leipzig.de/freizeit-kultur-und-tourismus/parks-waelder-und-friedhoefe/parks-und-gruenanlagen/alter-johannisfriedhof/

Sonntag, 8. Juni
Sixtina, Sternwartenstr. 4, 04103 Leipzig
14:00 Lesung: Dr. Utz Anhalt, Werwölfe und Hexen – Der Sex mit dem Teufel
16:00 Lesung: David Gray, Spielt süßer der Tod
18:00 Lesung: Sandra Baumgartner, SERAPHIM
18:00 Latex Modenschau

Gothic Christ Peterskirche WGT 2014Sonntag, 8. Juni
Peterskirche, Schletterstraße 5, 04107 Leipzig
Gothic Christ 2014 – „Maske und Spiegel“
Kirche geöffnet von 15:30 bis 24:00
Szenegottesdienste um 16:00 und 18:00
Konzert um 21:30
http://www.gothicchrist.com/
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